Frau Fehrs Notizblog
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Das Literaturportal für die Region Ulm/Neu-Ulm

Sonntag, 27. April 2014

Feridun Zaimoglu und Nachrichtenmoderatorin Petra Gerster empfängt Felicitas von Lovenberg am Donnerstag, 8. Mai, in ihrer Sendung Lesenswert im SWR-Fernsehen. Im MIttelpunkt steht Zaimoglus neuer Roman Isabel, der von einem in die Jahre gekommenen deutsch-türkischen Model handelt. Petra Gerster, die auch schon einige Sachbücher verfasste und eine begeisterte Leserin ist, erzählt von ihrer Lektürebiografie.
Lesenswert. Gäste Petra Gerster und Feridun Zaimoglu, SWR am Donnerstag, 8. Mai um 23.45 Uhr.  

 

Freitag, 14. Februar 2014

Mit der Galerie von Tobias Schrade im Ulmer Fischerviertel haben sich Fee Katrin Kanzler und Marco Kerler für eine Lesung am Freitag, 28. Februar, zusammengetan. Kanzler, 1981 in Ulm geboren und von Beruf Gymnasiallehrerin, bekam 2007 den Förderpreis für Literatur der Stadt Ulm, im gleichen Jahr war sie Stipendiaten des Klagenfurter Literaturkreises. Nachdem sie bereits Lyrik und Kurzgeschichten veröffentlich hatte, erschien 2012 ihr erster Roman Die Schüchternheit der Pflaume, der im gleichen Jahr für den aspekte-Literaturpreis nominiert war. Marco Kerler, 1985 in Ulm geboren, ist in seiner Heimatstadt auf verschiedene Weise literarisch und musikalisch zugange. Er schreibt nicht nur Gedichte, sondern improvisieret sie auch gerne live mit Musikern. Der Auftritt der beiden in der verspielten Galerie steht unter dem Motto Phosphor und Zigarettenrauch. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet bescheidene 5 €.

 

Sonntag, 22. Dezember 2013

Bald beginnt das neue Jahr und es wird sicher wieder zahlreiche literarische Veranstaltungen in der Region bereithalten. Zu den üblichen Lesungen in den Bibliotheken, Buchhandlungen und anderen Veranstaltungsorten kommt nächstes Jahr aber noch das Donaufest hinzu, das vom 4. bis 13. Juli stattfindet. Viel gelesen wird dort nicht, zwei Veranstaltungen aber sind geplant. Schon fest steht, dass am Mittwoch, 9. Juli, Cornelia Froboess im Stadthaus aus Ivo Andrics Die Brücke über die Drina, dem bekanntesten Roman des Literaturnobelpreisträgers von 1961, lesen wird. Für Samstag, 12. Juli, ist eine Lesung aus einem Roman Milos Crnjanskis, für die Robert Atzorn angefagt wurde, geplant. Das gesamte Programm ist auf der Webseite des Donaubüros zu finden. 

 

Sonntag, 24. November 2013

Spannendes von Charles Dickens erwartet die Freunde des Mitternachtskrimis im Deutschlandfunk in der Nacht vom kommenden Freitag auf Samstag. Zur Strecke gebracht lautet der Titel des Krimis, der von Mr. Sampson, dem Bürovorsteher einer Londonder Versicherung erzählt. Mr. Samspson bekommt es mit Julius Sklinton zu tun, der sich scheinbar aufopferungsvoll um seine kränkelnde Nichte kümmert, so wie er sich schon um deren verstorbene Schwester gekümmert hatte. Dem Bürovorsteher ist der Wohltäter mit dem akkuraten Mittelscheitel allerdings nicht geheuer, so beschließt er, ihn genauer im Auge zu behalten. 
Mitternachtskrimi. Zur Strecke gebracht, Deutschlandfunk in der Nacht von Freitag, 29., auf Samstag, 30. November um 0:05 Uhr.  

 

Sonntag, 27. Oktober 2013

LauscherMitBackbuchBei einer Prosalesung werden Ausschnitte aus einem Prosatext vorgetragen und bei einer Gedichtlesung Gedichte, wie aber verläuft eine Lesung aus einem Backbuch, einem Kochbuch und einem Bildband? “Man nehme 4 Eier, 250 Gramm Mehl und 1 Teelöffel Salz ...”? Das wäre wohl eher eine Gedichtlesung mit Peter Handke. Bildunterschriften aus einem Bildband vorlesen? Wäre vermutlich auch nicht so der Brüller. Geht das überhaupt, eine solche Lesung? Ja, es geht. Elvira Lauscher hat es am vergangenen Freitagabend in der theaterWerkstatt bewiesen. Sie las aus ihrem Kochbuch der 70er Jahre, ihrem gerade erst erschienenen Backbuch der 50er und 60er Jahre und ihrem Bildband Ulm im Wandel. Freilich trug sie weder Rezepte noch Bildunterschriften vor. Aus dem Backbuch gab es ein paar kurze Zitate aus den 50ern, die dem einen oder anderen Rezept beigefügt sind, aus dem Bildband Erinnerungen von Zeitzeugen, die Hintergrundinformationen zu den Fotografien bieten und aus dem Kochbuch Erinnerungen an die 70er, als erstmals der Tatort auf der Mattscheibe zu sehen war und Prilblumen die Küchenfliesen zierten. Vor allem aber gab es zwischen den Vorträgen Käsestangen, belegte Häppchen, Lebkuchen und Hefeschnecken mit Apfelstückchen und Rosinen - natürlich alles gebacken nach Rezepten aus dem neuen Backbuch. So kam die kurzweilige Lesung sehr gut an, wobei die Autorin zum Abschluss auch noch “echte Prosa” las, denn Elvira Lauscher schreibt ja auch solche. Zum Rest des Abends, an dem sich so vieles um Leckereien drehte, sollten die Texte freilich schon passen. Taten sie auch, denn schließlich steht die kaum zu bändigende Lust auf Schokolade im Mittelpunkt der Kurzgeschichte Alles wird anders und in dem Märchen Der alte Mann unter dem Apfelbaum geht es um einen ganz besonderen Baum, der wohl nie aufhören wird, Früchte zu tragen. (Foto: privat)  

 

Sonntag, 6. Oktober 2013

Am kommenden Dienstagabend wird wieder die Frankfurter Buchmesse eröffnet. Diesem Ereignis widmet sich natürlich auch die eine oder andere Literatursendung im Fernsehen, so zum Beispiel am Donnerstag Lesenswert im SWR. Unter dem Motto Buchmessen-Quartett empfängt Felicitas von Lovenberg Thea Dorn, Ijoma Mangold und Denis Scheck. Die vier Literaturexperten diskutieren über Daniel Kehlmanns Roman F., Uwe Timms Geschichte Vogelweide, Mohsin Hamids Roman So wirst du stinkreich im boomenden Asien sowie Ian McEwans Roman Honig
Lesenswert. Buchmessen-Quartett, SWR am Donnerstag, 10. Oktober um 23.45 Uhr.  

 

Freitag, 6. September 2013

Die Autoren aus der Region veröffentlichen nicht nur fleißig Bücher, sie machen auch noch allerlei Dinge nebenher. Jörg Neugebauer beispielsweise betätigt sich als Rezensent auf der Website Signaturen, einem Forum für autonome Poesie, so der Untertitel. Auf seiner Startseite bringt das Magazin regelmäßig ein Gedicht der Woche und hier kam Neugebauer, der ja in erster Linie Lyriker ist, auch schon zu Ehren. Sein Gedicht Shadow Play ist im Archiv auf der Seite zu finden.

 

Dienstag, 13. August 2013

Baden-Württemberg und Bayern sind noch mitten in den Ferien, doch der eine oder andere Autor aus der Region ist schon fleißig damit beschäftigt, das Erscheinen eines neuen Buches vorzubereiten, so zum Beispiel Elvira Lauscher. Nachdem sie vor drei Jahren bereits Unser Kochbuch der 70er Jahre veröffentlichte, widmet sich die Autorin nun den Backwaren. Unser Backbuch der 50er und 60er Jahre heißt ihr neuester Streich. Erscheinen wird das Buch im Oktober im Wartberg Verlag. 

 

Montag, 22. Juli 2013

Henri Hübchen kennt wohl jeder, er spielte in Kinofilmen wie Sonnenallee oder Alles auf Zucker mit und ist auch regelmäßig im Fernsehen zu bewundern, beispielsweise als Commissario Laurenti in den Triest-Krimis von Veit Heinichen. Am kommenden Wochenende kommt zur Abwechslung mal nur Hübchens Stimme zum Einsatz, nämlich im Mitternachtskrimi Die Rubine des Berbers im Deutschlandfunk. Es geht um einen Mitarbeiter einer Hilfsorganisation namens Marcus Lautermann. Er wurde in Thailand ermordet. Als er in Deutschland obduziert wird, stellt sich jedoch heraus, dass er nicht an den beiden Schüssen, die auf ihn abgegeben wurden, starb, sondern an einem Schlangenbiss und schließlich wird auch noch Dr. Scherenschneider, der Mann, der ihn obduzierte, in der Gerichtsmedizin niedergeschlagen. Hübchen ist nicht das einzige Mitglied seiner Familie, das an diesem Krimi mitwirkte, auch seine Tochter Theresa ist mit von der Partie.
Mitternachtskrimi. Die Rubine des Berbers, Deutschlandfunk in der Nacht von Freitag, 26. auf Samstag, 27. Juli um 0:05 Uhr.  

 

Freitag, 28. Juni 2013

Um reale und symbolische Feuer in der Poesie geht es in der Sendung Literatur am kommenden Dienstag im Deutschlandradio Kultur unter dem Titel Zwischen Liebesglut und Feuerschlünden. Betrachtet werden Gedichte, Balladen und Sonette von Friedrich Schiller, Annette von Droste-Hülshoff, Rainer Maria Rilke, Bertolt Brecht, Ingeborg Bachmann und Peter Huchel. 
Literatur. Zwischen Liebesglut und Feuerschlünden, Deutschlandradio Kultur am Dienstag, 2. Juli um 19:30 Uhr.

 

Sonntag, 2. Juni 2013

Hanns Zischler ist den meisten Menschen vor allem als Schauspieler bekannt, doch Zischler beherrscht noch einige Dinge mehr, zum Beispiel das Schreiben. Am kommenden Donnerstag ist er deshalb auch zu Gast bei Thea Dorn in der Sendung Literatur im Foyer. Thema wird dann Berlin sein, denn das aktuelle Buch des Schauspielers heißt Berlin ist zu groß für Berlin. Ebenfalls zu Gast ist Peter Schneider. Der neue Roman Schneiders trägt den Titel Die Lieben meiner Mutter. Der Autor erzählt darin anhand von Briefen, die die Mutter verfasste, seine Kindheit.
Literatur im Foyer. Gäste: Hanns Zischler und Peter Schneider, SWR am Donnerstag, 6. Juni um 23:45 Uhr.

 

Montag, 20. Mai 2013

Zwei Abende widmen die neuen Macher der Ulmer Griesbadgalerie im Juni der Literatur. Am Montag 17. Juni, findet im Rahmen der Finissage der Ausstellung von Angelika Brackrock der Literaturabend Spitzzüngig, bei dem Autoren aus der Region lesen, statt. Zwei Tage später ist der österreichische Theatermacher, Autor und Choreograph Walter Baco zu Gast und bietet eine “Chaoslesung mit Musik”. Literaturzentriert, anregend und lustig soll das Ganze sein. Mehr erfahren Neugierige erst auf der Veranstaltung selbst, die in Kooperation mit dem Theater Neu-Ulm stattfindet. Beide Abende beginnen um 20 Uhr, der Eintritt ist jeweils frei, eine Zuwendung an die Autoren ist willkommen. 

 

Sonntag, 28. April 2013

Am 10. Mai jährt sich die Bücherverbrennung unter den Nationalsozialisten zum 80. Mal. Aus diesem Anlass veranstaltet das Theater Neu-Ulm am Donnerstag, 9. Mai, eine besondere Lesung unter dem Motto Wider den Ungeist. Laut lesen, was verbrannt wurde. Interessierte sind dazu aufgerufen, einen Autor oder eine Autorin, deren Bücher verbrannt wurden, auszuwählen und im Theater daraus vorzulesen. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. 

 

Montag, 25. März 2013

Am Samstag hat der Ulmer Kulturfrühling begonnen. In diesem Jahr dreht sich alles um Brasilien, das Land, das im Herbst Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist und in dem 2014 die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Unter den circa 70 Veranstaltungen, soll sich angeblich auch Literarisches befinden. Das Problem ist nur: die Website verweist auf den Kulturfrühling 2011. Etwas Aktuelles findet sich nicht. Die diesjährige Veranstaltung funktioniert offenbar nach dem Motto “Nix Genaues sagt man nicht”. Deshalb nur so viel: Es ist Kulturfrühling und irgendwo finden irgendwann irgendwelche Veranstaltungen statt.

 

Sonntag, 10. März 2013

Am kommenden Donnerstag, 14. März, ist es wieder so weit: Die Leipziger Buchmesse öffnet ihre Pforten. Bis Sonntag, 17. März, können Besucher täglich von 10 bis 18 Uhr durch die Hallen schweifen, sich an den Ständen der Verlage informieren, Bücher kaufen und signieren lassen, Diskussionsveranstaltungen sowie Lesungen besuchen oder einfach schmökern. Doch auch außerhalb der Hallen hinterlässt die Buchmesse ihre Spuren, denn an zahlreichen Orten, angefangen von diversen Schulen über Bibliotheken, Buchhandlungen und Lokale bis hin zur Bahnhofsmission, finden Veranstaltungen im Rahmen des Lesefests Leipzig liest statt. Kaum anzunehmen, dass da nicht für jeden Lesefreund etwas Passendes zu finden ist.

 

Mittwoch, 20. Februar 2013

Am kommenden Freitag, 22. Februar, jährt sich der Todestag von Hans und Sophie Scholl zum siebzigsten Mal. In den literarischen und filmischen Aufarbeitungen steht allerdings häufig Sophie Scholl alleine im Mittelpunkt. Im vergangenen Herbst erschien jedoch bei Hoffmann und Campe ein Buch der Historikerin Dr. Barbara Ellermeier über Hans Scholl. Die Biographie, die einfach nur den Titel Hans Scholl trägt, bekam viel Lob von der Kritik. Derzeit ist die Autorin auf Lesereise, am Todestag kommt sie nach Langenau, wo sie um 20 Uhr im Pfleghofsaal aus ihrem Werk liest. Der Eintritt kostet 7 Euro. 

 

Dienstag, 29. Januar 2013

Die Idee ist nicht neu. In immer mehr Städten und Gemeinden stehen an öffentlichen Orten, so auch im Ulmer Stadthaus, Regale bereit, in die jeder Bücher hineinstellen und aus denen sich jeder bedienen kann. Neuerdings haben auch die Bewohner Wiblingens, die ja bereits mit einer gut ausgestatteten Stadtteilbibliothek gesegnet sind, die Möglichkeit, sich kostenlosen Lesestoff zu beschaffen oder in ihren Bücherregalen Platz zu schaffen. Am Pranger steht nämlich nun ein Stromkasten, der kurzerhand zum Bücherschrank umgewidmet wurde. Bleibt zu hoffen, dass er mit wahrhaft elektrisierendem Lesestoff gefüllt wird. 

 

Sonntag, 13. Januar 2013

Mörderisch geht es in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder im Deutschlandfunk zu. Das Labyrinth der Geister heißt dieses Mal der Mitternachtskrimi, geschrieben von Tony Hillerman. Er handelt von Hosteen Tso, einem Navajo-Indianer, der Listening Woman, eine Lauscherin, die die Stimmen der Götter und Geister verstehen kann, aufsucht, weil etwas Schreckliches passiert ist. Als sie sich in Trance befindet, werden ihre junge Helferin Anna Atcitty und Hosteen Tso beim Hogan des Alten getötet, während sie selbst von den Mördern nicht entdeckt wird. Gelingt es ihr, Lieutenant Joe Leaphorn von der Navajo-Polizei auf die Spur der Täter zu führen?
Mitternachtskrimi. Das Labyrinth der Geister, Deutschlandfunk in der Nacht von Freitag, 18. auf Samstag, 19. Januar um 0:05 Uhr.

 

Sonntag, 16. Dezember 2012

Es wird mal wieder Zeit, darüber zu berichten, was denn eigentlich Deutschlandradio Kultur literarisch so zu bieten hat. Da stehen vor Weihnachten noch zwei interessante Termine an. Am morgigen Montag wird es zunächst einmal spannend, denn es geht um einen perfekten Mord, und zwar im gleichnamigen Hörspiel von Wolfgang Schorlau. Am Samstag wird es dann erotisch. Da startet der Sender in der Lesung zur Nacht mit Giacomo Casanova in den späten Abend. Bernhard Schütz liest aus dessen Werk Aus meinem Leben. Da sollte man doch meinen, dass das eine gute Mischung ist.
Kriminalhörspiel. Ein perfekter Mord, Deutschlandradio Kultur am Montag, 17. Dezember um 21:33 Uhr.
Lesung zur Nacht. Bernhard Schütz liest aus Giacomo Casanovas Aus meinem Leben, Deutschlandradio Kultur am Samstag, 22. Dezember um 22:30 Uhr.

 

Sonntag, 2. Dezember 2012

Heute vormittag wurde im Ulmer Stadthaus wieder die alljährlich stattfindende Kinder- und Jugendbuchmesse Kibum eröffnet. Eine Woche lang, bis zum kommenden Sonntag, 9. Dezember, heißt es nun auf dem Münsterplatz schmökern, zuhören und kreativ sein. Auch Kino steht auf dem Programmplan. Wie jedes Jahr kommen außerdem wieder einige Gäste aus dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur, heuer sind es beispielsweise Gernot Griksch, der auch Bücher für Erwachsene schreibt, und Andreas Schlüter, bekannt für seine Level-4-Bände. Die Kibum hat jeden Tag bis 18 Uhr geöffnet. Reichlich Gelegenheit für einen Besuch also.

 

Mittwoch, 28. November 2012

Am Sonntag beginnt die Adventszeit und der eine oder andere braucht noch Weihnachtsgeschenke. Was liegt da näher, als Leseratten mit Büchern zu beglücken? Berühmte Autoren freilich kennt jeder, wie wäre es denn da mal mit einem Roman, einer Erzählung oder Gedichten aus regionaler Feder? Gerade erst erschienen ist beispielsweise die Erzählung Sophie Scholl. Die Jahre in Ulm von Michael Döhmann. Ebenfalls noch relativ druckfrisch sind Adi Hübels Gedichtband verloren und Manfred Eichhorns Krimi Wolfsnächte. Interessant sind außerdem die beiden im Herbst herausgebrachten Debütromane Die Schüchternheit der Pflaume von Fee Katrin Kanzler und Im November blüht kein Raps von Silke Knäpper. Hinzu kommen zahlreiche Bücher, deren Erscheinen schon etwas länger zurück liegt, die aber noch zu haben sind. Wenn Sie sich auf dieser Seite umsehen, werden Sie sicher etwas Passendes finden.

 

Montag, 19. November 2012

Den einen oder anderen Bücherliebhaber dürfte es dieser Tage nach Stuttgart oder Karlsruhe ziehen. In Stuttgart begannen am vergangenen Donnerstag die Buchwochen, die Karlsruher starteten einen Tag später mit ihrer Bücherschau. Beide Veranstaltungen dauern bis Sonntag, 9. Dezember, und halten ein umfangreiches Programm bereit. Doch auch wer nur schmökern möchte, kann dies tun. Eine Tageskarte kostet sowohl in Karlsruhe als auch in Stuttgart lediglich 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Für Lesungen und anderweitige Events müssen die Besucher teilweise Eintritt bezahlen, selbst von diesen Veranstaltungen sind jedoch einige mit der Tageskarte schon abgegolten. Ein günstiges Vergnügen also.

 

Sonntag, 11. November 2012

Zwei Autoren aus der Region stellten diese Woche in Ulm ihre neuen Bücher vor. Am Dienstag las Michael Döhmann in der vh aus seiner Erzählung Sophie Scholl. Die Jahre in Ulm, am Freitag präsentierte Adi Hübel in der Oberen Donaubastion ihren Lyrikband Verloren. Hübels Gedichte sind bereits Ende Oktober im Wiesenburg Verlag erschienen. Nach einem Sektempfang im Turmzimmer begaben sich die Besucher zur Lesung in die theaterWerkstatt, wo es nicht nur Lyrisches, sondern auch Akkordeonmusik von Monika Bothe zu hören gab. Michael Döhmanns Erzählung über Sophie Scholl wird am 21. November bei Klemm + Oelschläger erscheinen. Im Club Orange las der Autor Auszüge vor. Die sehr gelungene Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Birgit Köhn-Kadereit auf der Violine und Basti Bund am Piano.

 

Sonntag, 4. November 2012

Dem maghrebinischen Schriftsteller Habib Tengour widmet sich Deutschlandradio Kultur am kommenden Dienstagabend. Als “Repräsentant einer 'écriture nomade' beleuchtet er das Exil und das Leben zwischen den Kulturen”, heißt es in der Programmvorschau des Senders. Der 1947 in Mostaganem in Algerien geborene Lyriker kam während des Algerienkrieges 1959 mit seinem Vater nach Frankreich. Später kehrte er in sein Heimatland zurück, verließ es im Jahr 1991, nachdem er verhaftet worden war, jedoch erneut, um wieder in Frankreich zu leben.
Literatur. Momente der Erleuchtung - der maghrebinische Schriftsteller Habib Tengour, Deutschlandradio Kultur am Dienstag, 6. November um 19:30 Uhr.

 

Sonntag, 28. Oktober 2012

Vor zwei Monaten stand an dieser Stelle, was im September so geboten ist an literarischen Veranstaltungen von Autoren aus der Region, nun erschien dieser Tage ein neuer Gedichtband von Adi Hübel. Er trägt den Titel Verloren und ist, wie auch die bisherhigen Bände der Autorin, mit Illustrationen, die in diesem Fall die Laupheimerin Ursula Sihler-Steidel beigesteuert hat, angereichert. Noch hat ihn Adi Hübel nicht vorgestellt, dies wird aber demnächst der Fall sein, nämlich am Freitag, 9. November, um 20 Uhr im Turmzimmer der Oberen Donaubastion. Begleitet wird die Präsentation von Monika Bothe mit dem Akkordeon. Ende November erscheint außerdem Michael Döhmanns Erzählung über Sophie Scholls Jahre in Ulm, die der Autor selbst mit zahlreichen Farbaquarellen illustriert hat. Zur Präsentation lädt Döhmann bereits am Dienstag, 6. November, um 20 Uhr in den Club Orange der vh ulm ein. Auch im November warten die Autoren aus der Region also mit ein paar Veranstaltungen auf.

 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Daniel Kehlmanns Roman Die Vermessung der Welt, in dem der Autor die Geschichte des Naturforsches Alexander von Humboldt und des Mathematikers Carl Friedrich Gauß auf seine ganz eigene Weise erzählt, wurde 2005 zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Nun wurde das Werk von Detlev Buck, den sich Kehlmann als Regisseur gewünscht hatte, verfilmt. Wie sie das Ergebnis beurteilen und einiges mehr, verraten beide am kommenden Donnerstag bei Felicitas von Lovenberg in der Sendung Literatur im Foyer.
Literatur im Foyer. Gäste: Daniel Kehlmann und Detlev Buck, SWR am Donnerstag, 25. Oktober um 23:45 Uhr.

 

Samstag, 13. Oktober 2012

Morgen geht die Frankfurter Buchmesse schon wieder zu Ende. Wie jedes Jahr wird am letzten Tag der Messe der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Er geht heuer an Liao Yiwu. Der chinesische Dichter schrieb nach dem niedergeschlagenen Aufstand auf dem Platz des Himmlischen Friedens vom 4. Juni 1989 das Gedicht Massaker und begann kurz darauf, die Ereignisse filmisch zu verarbeiten. Während der Dreharbeiten wurde er mit seiner Crew verhaftet und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Seit Juli 2011 lebt der Autor im Exil in Deutschland. Nachdem ihm die chinesische Regierung 2009, als China Ehrengast der Buchmesse war, die Ausreise verweigert hatte, wird Liao Yiwu nun die höchste Ehre, die die Messe zu vergeben hat, zuteil. Einige seiner Bücher sind auch auf Deutsch erhältlich, darunter Massaker: Frühe Gedichte, Fräulein Hallo und der Bauernkaiser und - ganz neu - Die Kugel und das Opium, in dessen Mittelpunkt die Ereignisse vom 4. Juni und ihre Folgen stehen. Ein sehr beeindruckender Auszug war diese Woche bereits im Spiegel abgedruckt. 

 

Montag, 8. Oktober 2012

Kommenden Mittwoch ist es wieder soweit: die Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Pforten. Bis zum Sonntag können Fach- und am Wochenende auch Privatbesucher durch die Halle bummeln, sich über die Literatur des Ehrengastes Neuseeland informieren, aber auch hier und dort schmökern. Vielleicht stoßen sie dann auch auf den neuen Roman von Ursula Krechel, der heute mit dem Deutschen Buchpreis 2012 ausgezeichnet wurde. Landgericht heißt das Werk, das der Börsenverein des Deutschen Buchhandels aus sechs Romanen auf der Shortlist zum Sieger erkor. Es handelt von dem jüdischen Richter Richard Kornitzer, der nach der Nazizeit nach Deutschland zurückkehrt. Die Schriftstellerin erhält nun ein Preisgeld von 25 000 Euro, die übrigen fünf Nominierten erhalten jeweils 2500 Euro.    

 

Samstag, 29. September 2012

Ingrid Noll hat mal wieder ein Buch geschrieben, es heißt Über Bord und es ist wohl nicht verkehrt, anzunehmen, dass es wieder zum einen oder anderen mehr oder weniger beabsichtigten Mord kommt. Für alle Nollfans wird es wohl wieder ein großes Lesevergnügen werden, und wer darüber hinaus die Autorin schon immer mal persönlich erleben wollte, hat am kommenden Dienstag, 2. Oktober die Gelegenheit dazu. Ingrid Noll kommt nämlich nach Ulm, um in der Veranstaltung Die Autorin im Gespräch den beiden Moderatoren, vh-Leiterin Dagmar Engels und Wolfgang Niess vom SWR, Rede und Antwort zu stehen. Stattfinden wird das gewiss amüsante Zusammentreffen in der Buchhandlung Hugendubel in der Hirschstraße, Beginn ist um 20:30 Uhr, Einlass ab 20:15 Uhr.

 

Sonntag, 23. September 2012

Martin Walsers Lust am Schreiben hat auch mit Mitte Achtzig noch nicht abgenommen und so hat der Schriftsteller vom Bodensee schon wieder einen Roman vorgelegt, nämlich Das dreizehnte Kapitel. Von Christopher Schmidt erhielt das Werk in der Süddeutschen Zeitung bereits großes Lob, am kommenden Donnerstag nun ist Walser zu Gast bei Felicitas von Lovenberg in der SWR.Sendung Literatur im Foyer. Der Sender kündigt das Buch mit dem Satz “Eine Liebesgeschichte nur in Worten, ein Reigen von Briefen zwischen dem verheirateten Schriftsteller Basil Schlupp und der verheirateten Theologin Maya Schneilin” an. Wer jetzt noch wissen will, was Martin Walser selbst zu seinem neuesten Streich zu sagen hat, kann ja einfach am Donnerstag den SWR einschalten. 
Literatur im Foyer. Gast: Martin Walser, SWR am Donnerstag, 27. September um 23:45 Uhr.

 

Mittwoch, 19. September 2012

Jeder Liebhaber guter Kriminalromane kennt die Brenner-Krimis von Wolf Haas. Nun hat Haas, nicht zum ersten Mal, einen Roman vorgelegt, in dem die Jagd nach Verbrechern einmal keine Rolle spielt. Dafür verteidigt der Österreicher nun die Missionarsstellung, weshalb der Titel folgerichtig Verteidigung der Missionarsstellung lautet. Am morgigen Donnerstag ist der Autor zu Gast in Felicitas von Lovenbergs Sendung Literatur im Foyer. Ebenfalls eingeladen ist Ijoma Mangold, stellvertretender Feuilletonchef der Zeit, der zu Neuerscheinungen im Bücherherbst 2012 Stellung bezieht. Was er zur Missionarsstellung zu sagen hat wird sich zeigen.
Literatur im Foyer. Gäste: Wolf Haas und Ijoma Mangold, SWR am Donnerstag, 20. September um 23:45 Uhr.

 

Donnerstag, 13. September 2012

Am 10. Oktober eröffnet die Frankfurter Buchmesse wieder ihre Pforten und auch dieses Mal wird zwei Tage vorher, am Montag, 8. Oktober, der Gewinner des Deutschen Buchpreises bekanntgegeben. Gestern wählte die Jury bereits die sechs Romane aus, die es auf die Shortlist schafften aus der schließlich einer als Sieger hervorgehen wird. Auf den ersten Platz und ein sattes Preisgeld von 25 000 Euro hoffen dürfen Ernst Augustin, dessen Roman Robinsons blaues Haus nominiert wurde, Wolfgang Herrndorf, der es mit Sand auf die Shortlist schaffte, Ursula Krechel, nonminiert für Landgericht, Clemens J. Setz, mit Indigo auf der Liste sowie Stephan Thome und Ulf Erdmann Ziegler. Thomes Roman trägt den Titel Fliehkräfte, von Ziegler ist Nichts Weißes nominiert. Der Sieger wird Nachfolger von Eugen Ruge, dessen Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts vergangenes Jahr prämiert wurde.

 

Donnerstag, 6. September 2012

Kaum neigt sich der Sommer dem Ende zu, schon beginnen auch wieder die literarischen Veranstaltungen in der Region. Am kommenden Donnerstag, 13. September, beispielsweise liest Fee Katrin Kanzler im Vöhringer Wolfgang-Eychmüller-Haus aus ihrem Debütroman Die Schüchternheit der Pflaume. Beginn ist um 19:30 Uhr. Schon zwei Tage später findet die Kulturnacht in Ulm und Neu-Ulm statt und auch hier warten zahlreiche literarische Veranstaltungen auf die Besucher. Am Dienstag, 18. September, geht es für Fee Katrin Kanzler und ihren Roman gleich weiter, diesmal im Langenauer Pfleghof um 20 Uhr. Die Ehinger Stadtbücherei startet am Mittwoch, 26. September, wieder mit dem Literarischen Salon. Auf dem Programm stehen Die Tigerfrau von Téa Obreht und Ein fabelhafter Lügner von Susann Pásztor. Schließlich hat am Freitag, 28. September, die nächste Roman-Debütantin aus der Region Premiere. Im Manufaktur-Café Animo liest Silke Knäpper um 19:30 aus ihrem Erstling Im November blüht kein Raps. Eine Marktlesung im Stadthaus haben sich die Ulmer Autoren e. V. für Samstag, 29. September, ausgedacht. Zwischen 10 und 14 Uhr können Literaturfreunde nach dem Gemüsekauf den Autorinnen und Autoren lauschen. Die stündlich wechselnden Themen lauten unter anderem Süße Früchtchen und junges Gemüse oder Genfreie Lyrik. Es ist also in literarischer Hinsicht einiges geboten im September.

 

Samstag, 1. September 2012

Literarischen Schauplätzen widmet sich Deutschlandradio Kultur am kommenden Dienstag in der Sendung Literatur. Unter dem Motto “Orte, die wir zu kennen glauben” untersucht Katharina Wilts wie die Romanautoren Annett Gröschner, Jan Brandt und Anna Katharina Hahn mit Schauplätzen umgehen, die bereits durch andere literarische Werke geprägt sind. Der Alexanderplatz, den jeder mit Döblins Berlin Alexanderplatz verbindet, spielt in Gröschners Walpurgistag eine entscheidende Rolle. Auf Eduard Mörike spielt Anna Katharina Hahn in ihrem Stuttgart-Roman Am schwarzen Berg an und Jan Brandt wählte in Gegen die Welt den schon von Uwe Johnson bekannten fiktiven Ort Jericho als Schauplatz.
Literatur: Orte, die wir zu kennen glauben - Literarische Schauplätze, Deutschlandradio Kultur am Dienstag, 4. September um 19:30 Uhr.

 

Montag, 20. August 2012

Am kommenden Donnerstag beginnt das 32. Erlanger Poetenfest. Bis zum Sonntag finden dann Lesungen und Diskussionen mit Stefan Thome, Dea Loher, Jenny Erpenbeck und vielen weiteren Schriftstellern statt. Einblicke in das literarische Übersetzten bietet die Erlanger Übersetzerwerkstatt. Auch Musik, Theater und Poetry-Slams warten auf die Besucher. Wer den Weg nach Erlangen nicht findet, kann trotzdem ein wenig am Poetenfest teilhaben. Bayern2 berichtet am Samstag in der Sendung Diwan um 14:05 Uhr über die Veranstaltung. Zu Gast sein werden unter anderem Clemens J. Setz und A. L. Kennedy.
Diwan - Das Büchermagazin, Bayern2 am Samstag, 25. August um 14:05 Uhr. Wiederholung um 22:05 Uhr. 

 

Sonntag, 12. August 2012

Raymond Chandler ist jedem Krimi-Liebhaber ein Begriff. Nachteulen unter den Chandler-Fans, die gerne mal aufs Selberlesen verzichten, haben in der Nacht von Freitag auf Samstag Gelegenheit dazu, einem Chandler-Krimi zu lauschen, denn der Mitternachtskrimi im Deutschlandfunk hat Der Mann der Hunde liebte im Angebot. Auf Ermittlungstour geht allerdings nicht Frank Marlowe, sondern John Carmady, und zwar ist er damit beauftragt, ein Mädchen, das von zu Hause weggelaufen ist zu suchen. Als er in die saubere kleine Stadt am Pazifik kommt, weiß er nicht viel mehr über die Entflohene, als dass sie ihren Hund Voss, benannt nach dem deutschen Jagdflieger, mitgenommen hat. Schließlich findet Carmady den Hund, nicht aber das Mädchen. Dafür entdeckt er, dass in dem Städtchen nicht nur Verbrecher, sondern auch deren Jäger gejagt werden.
Mitternachtskrimi: Der Mann der Hunde liebte, Deutschlandfunk in der Nacht von Freitag, 17. auf Samstag, 18. August um 0:05 Uhr.

 

Montag, 6. August 2012

Bei den schreibenden Herrschaften aus der Region ist derzeit Frauenpower angesagt, denn gleich zwei Autorinnen hatten in jüngster Zeit das Glück bei einem renommierten Verlag unterzukommen. Schon im Juli erschien bei Klöpfer & Meyer der Debütroman Im November blüht kein Raps von Silke Knäpper, im September wird in der Frankfurter Verlagsanstalt Fee Katrin Kanzlers Debüt Die Schüchternheit der Pflaume, ebenfalls ein Roman, erscheinen. Knäpper, geboren 1967 in Ulm, kehrte nach dem Studium und einem Auslandsaufenthalt vor einigen Jahren nach Ulm zurück, Kanzler, geboren in Ulm und aufgewachsen in Vöhringen, wohnt mittlerweile in Langenau. Zumindest Silke Knäppers Roman spielt auch in der Donaustadt, wo der Kanzler-Roman spielt, wird sich zeigen. Fest steht aber schon, dass beide Autorinnen bald bei einer Lesung zu erleben sind. Fee Katrin Kanzler ist am Freitag, 13. September, um 19:30 im Vöhringer Wolfgang-Eychmüller-Haus zu Gast, Silke Knäpper stellt ihr Buch am Freitag, 28. September, um 19:30 Uhr im Manufaktur-Café Animo in Ulm vor.  

 

Mittwoch, 1. August 2012

“Viele Tierarten mögen derzeit vom Aussterben bedroht sein, doch in der Literatur muss man um sie nicht fürchten. Dort feiern sie eine erstaunliche Renaissance”, so die Vorankündigung auf der Website von Deutschlandradio Kultur. Dort beschäftigt sich die Sendung Literatur am kommenden Dienstag mit der Rolle der Tiere in Romanen aber auch Sachbüchern. Nur ein Katzensprung - Die Renaissance von Tieren in der Literatur heißt die Sendung. Beleuchtet wird Leonie Swanns Krimi Glennkill, in dem das Schaf nicht dumm ist wie in den antiken Fabeln, sondern als schlauer Detektiv tätig wird. Ebenfalls unter den Bücher, denen sich die Sendung widmet:: Karen Duves Anständig essen.
Literatur: Nur ein Katzensprung - Die Renaissance von Tieren in der Literatur, Deutschlandradio Kultur am Dienstag, 7. August um 19:30 Uhr.

 

Donnerstag, 26. Juli 2012

Bis zum 10. Oktober, dem Tag an dem die Frankfurter Buchmesse beginnt, ist es noch eine Weile hin, bereits heute aber verschickte die Buchmesse einen Newsletter mit Lesetipps rund um den Ehrengast Neuseeland. Die Messemitarbeiter versprechen, dass es da einiges zu entdecken gibt, beispielsweise die Bücher von Kate de Goldi, Emily Perkins, Justin Paton oder C. K. Stead - allesamt Namen, von denen die wenigsten deutschen Buchfreunde schon gehört haben dürften. Für alle, die noch auf der Suche nach Urlaubslektüre sind, empfehlen die Buchexperten unter anderem folgende Bücher:

C. K. Stead: Mein Name war Judas, erschienen im Bastei Lübbe Verlag. Aus der Frage, ob Judas wirklich der Verräter war, als der er gilt, konstruierte Stead einen Roman, in dem Judas, als alter Mann in Palästina lebend, zurückblickt.

Emily Perkins: Roman über meine Frau, erschienen im Bloomsbury Verlag. Ein “sinnlicher, unwiderstehlicher Roman über Lüge und Verdrängung und über eine große Liebe”, so der Verlag.

Jason Paton: Machen Sie sich doch selbst ein Bild, erschienen im Benteli Verlag - kein Roman, sondern ein Essay über die Kunst und den Kunstbetrieb.

Kate de Goldi: abends um 10, erschienen im Carlsen Verlag. Die “bittersüße Familiengeschichte über Angst und Mut und darüber, was das Leben ausmacht”, wie es bei Carlsen heißt, erhielt 2011 den internationalen Buchpreis Corine in der Kategorie Jugendbuch.  

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, und den einen oder anderen neuseeländischen Autor schon einmal vorab kennenlernen wollen, ist hoffentlich etwas Passendes dabei.

 

Sonntag, 22. Juli 2012

Wer gerne Krimis im Radio hört, kennt meist auch den radioKrimi, der Mittwochs auf BR 2 zu hören ist. Am kommenden Mittwoch steht Marlov und der Alfa Spider von David Zane Mairowitz auf dem Programm. Marlov ist ein selbsternannter Moskauer Detektiv, der für den Generalsekretär und heimlichen Autoliebhaber Leonid Iljitsch Breschnew einen Alfa Romeo Spider aus Italien holen soll. Dort angekommen, wird er unerwartet von der attraktiven Magdalena Gontscharowa empfangen. Die Dame, Oberstleutnant der Luftwaffe, soll ihm bei der geheimen Überführung des Fahrzeugs behilflich sein. Dieses Angebot kann Marlov nicht ablehnen. Wie es ausgeht wird sich zeigen, es verspricht jedenfalls wieder spannend zu werden.
radioKrimi: Marlov und der Alfa Spider, BR2 am Mittwoch, 25. Juli um 20:03 Uhr. Wiederholung am Donnerstag, 26. Juli um 21:03 Uhr.

 

Sonntag, 15. Juli 2012

Der 1933 geborene Siebenbürger Schriftsteller Eginald Schlattner und sein frühes Prosawerk stehen am kommenden Dienstag im Mittelpunkt der Sendung Literatur im Deutschlandradio Kultur. Eginald Schlattner wurde mit seiner Romantrilogie Der geköpfte Hahn, Rote Handschuhe und Das Klavier im Nebel bekannt. Damals war der Dorfpfarrer schon Mitte Sechzig und wurde als später Debütant gefeiert, Mittlerweile wurden jedoch Manuskripte gefunden, die schon 1958 veröffentlicht werden sollten und deren Veröffentlichung von der rumänischen Zensur auch bereits genehmigt worden war. Dann wurde Schlattner jedoch verhaftet und wegen Nichtanzeige von Hochverrat verurteilt. Die beiden Manuskripte wurden daraufhin nicht veröffentlicht. Nach seiner Entlassung schrieb Schlattner weitere Prosastücke, die ebenfalls nicht veröffentlicht wurden. Nun erschienen einige dieser Erzählungen erstmals in einer Werkausgabe.
Literatur: Verlassene Geschichten - Das frühe Prosawerk des Siebenbürgers Eginald Schlattner, Deutschlandradio Kultur am Dienstag, 17. Juli um 19:30 Uhr. 

 

Mittwoch, 11. Juli 2012

Gut drei Tage lang hatten die Neu-Ulmer und Ulmer Gelegenheit mitten in Neu-Ulm auf dem Rathausplatz in gemütlichen Sitzkissen oder Hängematten zu lümmeln und in diversen Bücher zu blättern, weil das Projekt StadtLesen Halt in Neu-Ulm gemacht hat. Wer keine Lust hatte selbst zu lesen, konnte auch anderen beim Lesen zuhören. Während am Donnerstag Ulrich Ritzel aus Schlangenkopf vorlas, gab es am Freitag und Samstag Lyrik von Mitgliedern der Ulmer Autoren. Den Abschluss machte schließlich am Sonntag Christine Langer. Die Lyrikerin las aus ihren beiden letzten Gedichtbänden Lichtrisse und Findelgesichter vor. Obwohl in der Stadt noch einiges anderes geboten war, waren etliche Sitzkissen und auch die Hängematten besetzt - und anders als Ulrich Ritzel am Donnerstag, konnte Christine Langer ihre Lesung unbehelligt von Gewitterstürmen zu Ende bringen.

 

Samstag, 7. Juli 2012

StadtLesen heißt ein Projekt der Innovationswerkstatt Sebastian Mettler, das dieses Jahr schon zum vierten Mal stattfindet. Mettlers Innovationswerkstatt hat ihren Sitz in Salzburg, das StadtLesen aber findet in den Sommermonaten jeweils auf öffentlichen Plätzen in verschiedenen Städten Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Italiens statt. Bei freiem Eintritt können die Besucher in zahlreichen zur Verfügung stehenden Büchern schmökern und Lesungen zuhören.

Heuer hatte sich auch Neu-Ulm als Lesestadt beworben und war für die Zeit vom 5. bis 8. Juli ausgewählt worden. So  kam es, dass am vergangenen Donnerstagabend zum Auftakt Ulrich Ritzel auf dem Neu-Ulmer Rathausplatz aus seinem aktuellen Krimi Schlangenkopf las, während die Zuschauer gemütlich in riesigen Sitzkissen lümmelten. Zu Beginn der Veranstaltung um Acht hatte der Neu-Ulmer Bürgermeister Gerhard Hölzl versprochen, dass das Wetter bis Neun halten würde, obwohl die dunklen Wolken am Himmel schon gewaltig drohten. Zunächst freilich, ließ sich alles noch recht gut an. Barbara Zahn vom Veranstaltungspartner Bayern 2 befragte den Autor zu seinem bisherigen Schaffen und alsbald begann dieser mit der Lesung, doch kurz vor Neun passierte es dann: Ein heftiger Windstoß wehte Ritzels Blätter vom Podest, ein paar vereinzelte große Tropfen fielen und der Himmel war nun derart verdunktelt, dass ein Weiterlesen nicht mehr möglich war. So hatte also Gerhard Hölzl sein Versprechen nicht ganz gehalten, die Veranstaltung musste abrupt abgebrochen werden und die Zuhörer ergriffen rasch die Flucht, um dem drohenden Gewitter noch ins Geschlossene zu entkommen. Zum Glück wenigstens, passierte das Ganze erst kurz vor Schluss, als Autor und Zuhörer den Großteil des Lesevergnügens schon hinter sich gebracht hatten. 

 

Dienstag, 3. Juli 2012

Die Musik steht am kommenden Donnerstag im Mittelpunkt der Sendung Literatur im Foyer. Thea Dorn hat Jan Caeyers und Klaus Wallendorf zu Gast. Caeyers stellt seine Biographie Beethoven - Der einsame Revolutionär vor, Klaus Wallendorf dagegen, ein Waldhornist, hat eine Liebeserklärung an die Streicher geschrieben. Immer Ärger mit dem Cello - Liebeserklärung eines irrenden Waldhornisten an die streichenden Kollegen heißt das Buch. Beide Herren wissen worüber sie schreiben: Caeyers ist Dirigent und Musikwissenschaftler aus Holland, Klaus Wallendorf bläst seit 40 Jahren bei den Berliner Philharmonikern ins Horn.
Literatur im Foyer. Gäste: Jan Caeyers und Klaus Wallendorf, SWR am Donnerstag, 5. Juli um 23:45 Uhr.

 

Freitag, 29. Juni 2012

Der Sommer hat gerade erst begonnen, doch schon bald bringen die Verlage die ersten Bücher des Herbstprogramms auf den Markt, so auch der Tübinger Klöpfer & Meyer Verlag. Unter den dort erscheinenden Romanen wird auch das Debüt einer Ulmerin sein: Im November blüht kein Raps von Silke Knäpper. Held des Romans ist Paul, Kontrabassist am Ulmer Theater. Vordergründig, so gab der Verlag schon einmal bekannt, handelt es sich um eine Dreiecksgeschichte, die sich jedoch “immer mehr zu einer Spurensuche in Pauls Vergangenheit” entwickelt. Für alle, die jetzt schon neugierig geworden sind: Das Knäpper-Debüt erscheint im August. 

 

Montag, 25. Juni 2012

Hin und wieder berichtet der Notizblog über neue Buchprojekte, die die Autoren aus der Region planen, so auch heute, denn es gibt mal wieder Neues zu vermelden, und zwar von Adi Hübel. Nach ihrem Krimi Tod in Ulm wird nämlich demnächst wieder ein Band mit Gedichten aus ihrer Feder erscheinen. Wie schon die Lyrik-Vorgänger Der Sommer meiner Liebe und Versprechen wird auch der neue Gedichtband vom Schweinfurter Wiesenburg Verlag verlegt und wie in den Vorgängern leiten auch dieses Mal Zeichnungen die einzelnen Kapitel ein. Erscheinen wird der neue Band voraussichtlich im September.

 

Donnerstag, 21. Juni 2012

Am Sonntag ging es an dieser Stelle um die Autorennationalmannschaft, deren Mitglieder nicht nur selbst gerne Fußball spielen, sondern auch die Spiele der Profis mit einiger Leidenschaft verfolgen. Weil Sie aber eben Schriftsteller sind, schreiben sie mitunter auch Bücher rund um den Fußball. Vergangenes Jahr erschien beispielsweise pünktlich zur Frauen-WM Fußball ist unser Lieben mit neuen Geschichten der Autonama, herausgegeben von Albert Ostermaier, Norbert Kron und Klaus Cäsar Zehrer. Moritz Rinke hat auch eine Geschichte dazu beigesteuert, aber nicht nur das: Er beschäftigte sich inzwischen erneut auf literarische Weise mit seinem Lieblingssport und so erschien heuer seine Liebeserklärung Also sprach Metzelder zu Mertesacker einmal broschiert und einmal als E-Book. Dass Autoren und andere Intellektuelle zum Thema Fußball schreiben ist aber nicht Neues, schließlich erschien schon 1974 das Buch mit dem wohl bis heute berühmtesten Titel aller Fußballbücher: Netzer kam aus der Tiefe des Raumes. Neben Beiträgern aus der Fußballzunft wie Sepp Maier und Max Merkel, die als Intellektuelle zu bezeichnen wohl nicht ganz korrekt wäre, kommen dort auch Herren wie Wolf Wondratschek, Ror Wolf und Walter Jens zu Wort. Im Ausland verhält es mit der Fußballbegeisterung vieler Schriftsteller und Intellektuellen übrigens nicht anders, auch sie schreiben gerne mal was zum Thema. Nick Hornby beispielsweise verarbeitete seine Fußball-Leidenschaft im 2000 erschienenen Schlüsselroman Fever Pitch. Dieses Buch brachte es sogar zu zwei Verfilmungen. 

 

Sonntag, 17. Juni 2012

Derzeit wird bekanntlich in Polen und der Ukraine gekickt und Millionen sitzen vor den Fernsehgeräten. Unter diesen Millionen sind auch einige Schriftsteller, denn viele von ihnen sind begeisterte Fußballfans. Sogar eine eigene Autorennationalmannschaft, die Autonama, haben die deutschen Autoren 2005 gegründet. Zu dieser gehören so bekannte Herren wie Albert Ostermaier und Moritz Rinke, und weil sich auch in vielen anderen Ländern Autorennationalmannschaften gegründet haben, gibt es auch eine Writers’ League, einen Wor(l)Cup und eine Autoren-Europameisterschaft, innerhalb derer Spiele gegen andere Teams ausgetragen werden. Mittlerweile sind die kickenden Autoren Botschafter des DFB und ihre bisherigen Trainer tragen Namen wie Dettmar Cramer, Jörg Berger oder Hans Meyer. Im Mai trugen die schreibenden Kicker aus Deutschland, Polen und der Ukraine in Krakau, Lemberg und Berlin schon einmal vorab ihr Turnier aus, denn momentan haben sie ja keine Zeit, sie müssen schließlich den professionellen Kollegen zusehen.

 

Mittwoch, 13. Juni 2012

Dietmar Herzogs Kunst zeigt eine enge Verbindung zur Literatur, das werden Interessierte wohl auch demnächst wieder feststellen können, wenn der Künstler, der im vergangenen Jahr auch den Gedichtband Die Zeit vielleicht veröffentlichte, seine neuesten Werke in der Südwest Presse Galerie ausstellt. Mensch lautet das Motto der Ausstellung, die am Samstag, 16. Juni um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird. Neben der Kunst gibt es da auch eine musikalische Darbietung und ein Künstlergespräch zu erleben. 

 

Samstag, 9. Juni 2012

Am 9. August wird der 50. Todestag von Hermann Hesse begangen, doch schon jetzt finden die ersten Veranstaltungen rund um das Thema Hesse statt. Auch Ulm hat sich gestern Abend mit der szenischen Lesung Hesse & die Hippies in der Buddha-Lounge beteiligt. Wer den Weg dorthin nicht fand, kann sich auch via Internet mit dem Schriftsteller beschäftigen - beispielsweise auf der Website des SWR, wo man eigens das Online-Special hesse entdecken! kreierte. Wer sich dem Glasperlenspiel auf der Startseite gewidmet hat, gelangt zum eigentlichen Angebot. Dort warten Zitate, Hesse-Orte im Südwesten, ein Buchtest, eine Bildergalerie und Informationen rund um den Film Die Heimkehr auf den Besucher. Alle, die erfahren möchten, was Hesse in Tübingen, Maulbronn oder Gaienhofen so alles erlebte oder welches Hesse-Buch zu ihm passt, sollten sich also mal auf der Seite umsehen.

 

Dienstag, 5. Juni 2012

LIDO heißt eine Sendung im Bayerischen Fernsehen, die auch der Literatur einen großen Platz einräumt und immer wieder Schriftsteller porträtiert. Am kommenden Sonntag ist T.C. Boyle an der Reihe, jener Schriftsteller, dessen Leben, wie der BR in seiner Vorankündigung schreibt, “seit seiner Geburt unter dem Zeichen der Sucht” stand. Waren schon die Eltern Alkoholiker, so machte Boyle im Laufe der Zeit selbst Bekanntschaft mit verschiedenen Suchtmitteln, befreite sich jedoch wieder davon. Heute ist der Schriftsteller nur noch schreibsüchtig. Da ihn der BR mit den Worten “Wenn du eine Geschichte fertigstellst und alles zusammenpasst, hast du dieses immense Glücksgefühl. Es ist beinahe eine Exstase...” zitiert, erscheint auch der Titel der Sendung sehr passend: Die Schönheit der Sucht.
LIDO. T. C. Boyle - Die Schönheit der Sucht, BR am Sonntag, 10. Juni um 12 Uhr.

 

Samstag, 2. Juni 2012

Am kommenden Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft mit dem Auftaktspiel Polen gegen Griechenland um 18 Uhr. Um viertel vor Neun spielt dann Russland gegen Tschechien, um halb Elf ist alles vorbei. Zeit genug also für jene, die es nicht allzu weit haben, sich noch auf den Weg in die Buddha Lounge in der Frauenstraße zu machen. Dort beginnt um 23 Uhr die Veranstaltung Hesse und die Hippies, eine von mehreren Veranstaltungen, die der Verein KunstWerk Ulm e. V. im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg präsentiert. “Der Schauspieler Clemens Grote und ein paar furchtlose Post-Hippies nähern sich der Rezeptionsgeschichte Hesses in einer unterhaltsamen szenischen Lesung”, verspricht die Vorankündigung. Bei Hesse und die Hippies handelt es sich gewissermaßen auch um ein Auftaktspiel, denn es folgen den ganzen Juni über noch drei weitere KunstWerk-Veranstaltungen im Rahmen des Literatursommers - und alle fußballfreundlich um elf Uhr abends.  

 

Dienstag, 29. Mai 2012

Denker des Abendlandes heißt eine regelmäßig auf Bayern alpha gezeigte Sendung mit dem Physiker Harald Lesch und dem Philosophen Wilhelm Vossenkuhl. Einen “Einblick in 2500 Jahre europäische Philosophiegeschichte - von den griechischen Naturphilosophen über mittelalterliche und neuzeitliche Denker bis hin zur Frankfurter Schule” wollen die beiden Herren geben. Dazu begeben sie sich stets ins Münchner “Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke”. Am kommenden Freitag bringen sie den Zuschauern Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche näher. Wer die Sendung am Freitag verpasst, hat freilich am Samstag eine zweite Chance, denn sie wird noch einmal wiederholt.
Denker des Abendlandes. Schopenhauer und Nietzsche, BR-alpha, am Freitag, 1. Juni um 16 Uhr und am Samstag, 2. Juni um 13 Uhr.

 

Freitag, 25. Mai 2012

Eingefleischten Ulmer Literaturfans, die sich auch für die regionalen Autoren interessieren, ist bei der ein oder anderen Gelegenheit schon Marco Kerler begegnet, sei es als Organisator der Reihe Wörterflug in der Ulmer Stadtbibliothek oder als Lyriker bei Auftritten mit den Ulmer Autoren e. V. Wer Kerlers Lyrik liest und vor allem hört, dem fällt auf, dass sie stark rhythmisiert klingt. Das liegt auch daran, dass sich etwas vom rap-musikalischen Vorleben des gelernten Erziehers auf seine Lyrik und die Art und Weise wie er sie vorträgt übertragen hat, denn für Sprechgesang hatte Marco Kerler schon immer etwas übrig. Bereits mit siebzehn gründete der 1985 Geborene mit Freunden die Hip-Hop-Gruppe Brainstorm Artists.

Die Brainstorm Artists gibt es heute nicht mehr, dafür gibt es neuerdings MarcoBeatZ. Deren Premiere konnte, wer am vergangenen Samstagnachmittag das Fischerviertelfest, fivife, besuchte, auf der Bühne vor dem Wilden Mann erleben. Der Band-Name ist natürlich Programm, steht Beat doch für Rhythmus und in der Hip-Hop-Musik auch für die musikalische Untermalung des Sprechgesangs. Wobei es durchaus erwünscht ist, dass sich zusätzlich die Bedeutung “Marco schlägt” herauslesen lässt. Richtiggehend geplant war MarcoBeatZ eigentlich nicht. Kerler wollte lediglich zusammen mit dem Bassisten Reinhard Köhler, dem Gitarristen Woods Szova und dem Schlagzeuger Lars Maier einige seiner Texte für eine Veranstaltung im Rahmen des Literatursommers musikalisch untermalen. Unversehens wurde aus den Plänen jedoch mehr, nämlich derart, dass plötzlich MarcoBeatZ geboren war.   

So kam es also zum ersten Auftritt beim fivife, bei dem die vier Herren unter anderem ein Stück mit dem Titel Poem vortrugen, das Kerler als “Storytelling Rap-Stück” bezeichnet. Den Text schrieb er mit 21. Er handelt von einem verrückten Deutschlehrer, der alle Wörter aus der Welt stiehlt, weil es ihm nie gelungen war gute Texte zu schreiben und seinem Gegenpart, einem jungen Super-Genie, das “weil seine Worte zu sehr flossen” in einer Rakete auf einen anderen Planeten geschossen wurde. Insgesamt gab es nur drei Stücke zu hören, nicht weil der MarcoBeatZ-Auftritt so kurz war, sondern weil die einzelnen Stücke so lang waren, schließlich erzählen sie ja, siehe der verrückte Deutschlehrer und das junge Genie, ganze Geschichten.

In Zukunft möchte Kerler für MarcoBeatZ neue Texte schreiben, so dass nicht mehr bereits bestehendes vertont wird. Ob es dann umgekehrt die Band-Texte auch mal als reinen Textvortrag bei literarischen Auftritten, beispielsweise mit den Ulmer Autoren geben wird, oder ob Rap-Texte und Lyrik strikt getrennt werden, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall sollen die künftigen MaroBeatZ-Texte “lyrisch geprägt” sein, so Kerler. Eine Kostprobe davon wird es wohl bei der nächsten Kulturnacht geben, denn dass MarcoBeatZ an dieser teilnehmen wird, ist ziemlich sicher.

 

Samstag, 19. Mai 2012

Giovannni die Lorenzo liest noch Romane! Sollten Sie glauben, dies sei kein Ausrufezeichen wert, sondern könne als selbstverständlich vorausgesetzt werden, haben Sie das Interview des SZ-Magazins mit Amelie Fried, Sandra Maischberger, Günther Jauch und di Lorenzo nicht gelesen. Da war Sandra Maischberger höchst erstaunt darüber, dass der Zeit-Chefredakteur noch zu solchen Dingen kommt. Günther Jauch hätte anscheinend noch die Zeit für Fiktionales, hat sich aber nach eigenen Angaben völlig davon verabschiedet und sieht sich auch keine Spielfilme mehr an. Fiktion hält er für Zeitverschwendung. Etwas nur Ausgedachtes interessiert ihn einfach nicht. Dabei gibt es doch nichts Schöneres, als einen faszinierenden Roman und oft, das gilt ja schon als Binsenweisheit, enthalten Romane mehr Wahres als Tatsachenberichte. Allein dieses Gefühl der leisen Trauer und der Leere, wenn ein außergewöhnlich gutes Buch zu Ende gelesen ist, das Nachschwingen des Gelesen und das noch lange andauernde Nachdenken darüber. Kaum vorstellbar, dass manche Leute darauf verzichten wollen. Nein, nein, Romane müssen sein!

 

Mittwoch, 16. Mai 2012

Seit längerem schon steht im oberen Stockwerk des Stadthauses ganz in der Ecke ein Bücherregal, in das die Ulmer Bücher stellen können, die sie gelesen haben und zu Hause nicht mehr brauchen. Wer möchte, kann dafür ein anderes Buch mitnehmen, wenn er denn ein passendes findet, und auch wer kein Buch einstellt, darf Lesematerial für sich entnehmen. Was aber stellen die Bürger so ins Regal? Ein Blick zeigt: von der Trivial- bis zur Fachliteratur ist alles dabei, Marie-Luise Fischer steht nur einige Zentimeter entfernt von Robert Ranke-Graves. Auch ein Grass ist dabei, ansonsten fehlen die großen Schriftsteller jedoch, einen Goethe, Schiller oder Thomas Mann scheinen die wenigsten aus der Hand geben zu wollen. Das freilich ist ja nur eine Momentaufnahme. Beim nächsten Blick ins Stadthausbücherregal sieht es vielleicht schon wieder ganz anders aus.  

 

Samstag, 12. Mai 2012

Oscar Wilde, James Joyce, Samuel Beckett, Seamus Heaney - die Namen dieser irischen Schriftsteller sind vielen Lesern bekannt. Wer einige weniger bekannte aktuelle Autoren von der grünen Insel kennenlernen und sich vielleicht auch zur Lektüre anregen lassen möchte, hat am kommenden Dienstag Gelegenheit dazu. Die Sendung Literatur, die immer dienstags um halb acht im Deutschlandradio Kultur läuft, berichtet unter dem Motto Never accept the facts of life - Irlands rebellische Literaten heute über einige zeitgenössische Autoren, die, so die Ankündigung, “als sozialkritische Betrachter, Journalisten, Gesellschaftspsychologen und Sprachwissenschaftler unterwegs” sind. Vorgestellt werden unter anderem Marian Keyes und Aifric Mac Aodha.
Literatur. Never accept the facts of life - Irlands rebellische Literaten heute, Deutschlandradio Kultur, am Dienstag, 15. Mai um 19:30 Uhr.

 

Donnerstag, 3. Mai 2012

Für alle, die nach dem Aufstehen, vor dem Schlafengehen oder wann auch immer Lust auf ein wenig Literatur, die am besten auch noch aus lokaler Feder stammt, haben, gibt es das Literaturtelefon der Ulmer Autoren 81 e. V. Unter der Nummer 0731/161-4747, die die Stadt kostenlos zur Verfügung stellt, liest jede Woche ein anderes Mitglied der Autorengruppe ein paar seiner Gedichte oder einen Auszug aus einem Prosastück. Zu den Vereinsmitgliedern gehören unter anderem Hannelore Nussbaum, Marco Kerler, Adi Hübel, Dietmar H. Herzog, Helmut Gotschy, Günter Hess und Manfred Enderle. Wer also mal Lust auf ein etwas anderes Betthupferl hat, muss nur zum Hörer greifen, um einen dieser Autoren oder auch ein anderes Mitglied der Gruppe zu hören.

 

Sonntag, 29. April 2012

Vier Figuren aus dem Werk Marieluise Fleißers stehen in der BR-2-Sendung radioTexte am 1. Mai im Mittelpunkt. Fleißer, die 1901 in Ingolstadt geboren wurde und dort fast ihr ganzes Leben verbrachte, wurde berühmt mit dem Stück Fegefeuer in Ingolstadt. Auch ihre anderen bekannten Stücke spielen in ihrer Heimatstadt, ebenso einige Erzählungen und der 1931 erschienene Roman Mehlreisende Frieda Geier, den sie 1972 in überarbeiteter Form unter dem Titel Eine Zierde für den Verein neu herausbrachte. Die kleinbürgerliche provinzielle Umgebung prägt meist auch Fleißers Figuren. Vier davon stellt die Sendung vor. Ausgewählt und zusammengestellt hat die Charakterstudien Antonio Pellegrini, gelesen werden sie von der Theaterschauspielerin Christa Berndl.
radioTexte. Marieluise Fleißer: Vier Porträts, BR 2, am Dienstag, 1. Mai um 11 Uhr.

 

Mittwoch, 25. April 2012

Sieht sich der Bücherfreund die allseits bekannten Bestsellerlisten an, so finden sich dort bekannte Namen und große Verlage. Bücher kaum bekannter Autoren, die oft auch in kleineren Verlagen veröffentlichen, stehen nur selten auf Bestsellerlisten. Beim Radiosender SWR2 gibt es deshalb eine monatliche Bestenliste. Eine Jury aus 30 Literaturkritikern wählt dafür jeden Monat zehn Bücher aus, denen sie möglichst viele Leserinnen und Leser wünscht. Über einige dieser Bücher diskutieren Mitglieder der Jury dann regelmäßig in der Sendung SWR2-Literatur, die immer dienstags kurz nach zehn gesendet wird. Auch am 1. Mai steht die SWR-Bestenliste wieder auf dem Programm. Diesmal diskutieren die Kritiker Verena Auffermann und Jens Jessen mit Moderatorin Sigrid Löffler. Unter den besprochenen Werken ist unter anderem Patrick Mondianos Im Café der verlorenen Jugend. SWR2-Literatur. Die SWR-Bestenliste. Moderation: Sigrid Löffler, Kritiker: Verena Auffermann und Jens Jessen, SWR2, am Dienstag, 1. Mai um 22:03 Uhr. 

 

Samstag, 21. April 2012

Am kommenden Mittwoch feiert das Ländle seinen Sechzigsten. Der Klöpfer & Meyer Verlag, legte deshalb den Schlüsselroman Monrepos oder Die Kälte der Macht neu auf. In diesem beschreibt der Autor Manfred Zach, wie der Jurist Bernhard Gundelach, hinter dem er selbst steckt, unter den Ministerpräsidenten Rudolf Breisinger (Hans Filbinger) und Oskar Specht (Lothar Späth) Karriere macht. Gundelachs Zeit auf Monrepos (Villa Reitzenstein) beginnt 1976 und bald darauf beginnen auch schon die Vorbereitungen für den 25. Geburtstag Baden-Württembergs im Jahr 1977. Weil Breisinger schnell Gefallen an Gundelach gefunden hat, bekommt der junge Jurist eine führende Rolle bei den Jubiläumsvorbereitungen und ist deshalb auch häufig mit dem Ministerpräsidenten im Ländle unterwegs. Aus der Beschreibung einer dieser Reisen gib’s nun ein paar Zitate:

Der Bus, der den holprigen Fahrweg entlangrollte, war älteren Datums. In den Kurven schaukelte er wie ein Kamel, die ermüdeten Stahlfedern gaben, wenn wieder ein Stoß aufzufangen war, ächzende Geräusche von sich (...). Der Abgeordnete Rebhuhn, in der Reihe vor Breisinger wie ein Gummiball auf und niederhüpfend, drehte sich um und meinte entschuldigend: ‘s isch halt bloß e Vizinalsträßle, Herr Minischderpräsident, gell! Mr hends scho lang ausbaua wella, abers Regierungspräsidium macht it mit! Das wird sich jetzt ändern, ihr Schlitzohren, dachte Gundelach und krakelte, Rebhuhns flinke Äuglein im Nacken, vorsorglich in den Notizblock: L 412 zwischen Birkingen und Bollerdingen in saumäßigem Zustand!  

Fast überall trat auch ein Lokalpoet auf, der mit bebender Stimme und Reimen, die der L 412 glichen, die Ortschronik vortrug und versicherte, dass der heutige Tag ein Festtag für alle Bürger sei, allenfalls vergleichbar jenem, an dem der Bundesverkehrsminister in den Mauern geweilt hatte.

Sobald Breisingers Rede geendet hatte, setzte als erstes die Kapelle wieder ein, blies was das Zeug hielt, die Kinder schwenkten ihre Fähnchen, und der Landesvater winkte, daß die Anzugnähte krachten. Es waren ansteckend schöne Szenen. Landrat, Bürgermeister, Abgeordnete, alle winkten. Von der Bedeutung der historischen Stunde übermannt, schneuzte der geschichtskundige Verseschmied in ein tischtuchgroßes kariertes Taschentuch. 

So war das also damals. Den jetzigen runden Geburtstag feiert Baden-Württemberg nun erstmals nicht unter einer schwarz geführten Regierung, denn das Ergebnis für die CDU fiel bei der Wahl im vergangenen Jahr aus Unionssicht bescheiden aus - saumäßig gewissermaßen, wie der Zustand des Vizinalsträßles zwischen Birkingen und Bollerdingen.

 

Dienstag, 17. April 2012

Um drei Starke Frauen und eine Biographie wie sie gewesen sein könnte, geht es am kommenden Donnerstag in der Sendung Literatur im Foyer. Zu Gast bei Thea Dorn sind die beiden Schriftstellerinnen Felicitas Hoppe und Annette Pehnt. Während Pehnt in Chronik der Nähe, erschienen bei Piper, von drei Frauen erzählt, die in einer existenziellen Situation zueinander finden müssen, hat Felicitas Hoppe gerade im S. Fischer Verlag ihre Biographie herausgebracht - genau gesagt, ihre Traumbiographie. Im wahren Leben wuchs die Autorin nämlich in Hameln auf, in ihrem Buch aber in Kanada und Australien. Wie sie auf die Idee kam, statt ihrer wahren lieber ihre Traumbiographie zu erzählen, wird sie in der Sendung bestimmt verraten.
Literatur im Foyer. Gäste: Annette Pehnt und Felicitas Hoppe, SWR am Donnerstag, 19. April um 23:45 Uhr.

 

Freitag, 13. April 2012

Mit allerlei Buchprojekten sind die Autoren aus der Region derzeit beschäftigt. Wurde vor einer Woche an dieser Stelle über Dietmar H. Herzogs Pläne berichtet, so gibt es auch einiges über die Aktivitäten anderer Autoren zu erzählen. Adi Hübel beispielsweise schrieb nach ihrem Krimi Tod in Ulm einen zweiten Roman, der noch unveröffentlicht ist, von dem es aber Ende Februar bei einer Lesung der Ulmer Autoren bereits eine Kostprobe gab. Der Titel steht für die Autorin auch schon fest, wenn es nach ihr geht, soll er Bis zum bitteren Ende heißen. Ebenfalls an Romanen, in diesem Fall für Jugendliche, schreiben Elvira Lauscher und Michael Döhmann, beide Projekte lassen aber wohl noch eine Weile auf sich warten. Das gilt auch für Helmut Gotschys Buchidee. Der ehemalige Drehleierbauer, dessen Instrumente in der Szene großen Anklang fanden, der sein Geschäft aber aus gesundheitlichen Gründen vor einigen Jahren verkaufte, arbeitet nach seinem Roman Papya und Rosinen sowie dem Geschichtenband Storch nun seiner Autobiografie. Über kurz oder lang ist also wieder einiges aus regionaler Feder zu erwarten. 

 

Dienstag, 10. April 2012

Normalerweise sitzen Thea Dorn oder Felicitas von Lovenberg, beide Moderatorinnen der Sendung Literatur im Foyer, im Mainzer SWR-Studio um mit ihren schreibenden Gästen zu plaudern, am kommenden Donnerstag jedoch wird es anders sein. Zu Gast bei Felicitas von Lovenberg ist Michael Ondaatje, seit seinem Roman Der englische Patient weltberühmt. Mit dem kanadischen Autor spaziert die Moderatorin durch Stuttgart und befragt ihn zu seinem neuen Buch Katzentisch. In diesem schildert Ondaatje eine Abenteuerreise dreier Kinder per Schiff von Sri Lanka nach England. Was man da so erleben kann, weiß Ondaatje aus eigener Erfahrung, denn er wurde selbst auf der Insel geboren und reiste als Kind mit dem Schiff nach England. 
Literatur im Foyer. Gast: Michael Ondaatje, SWR am Donnerstag, 12. April um 23:45 Uhr.

 

Freitag, 6. April 2012

Eigentlich ist Dietmar H. Herzog ja als Bildender Künstler bekannt, dass er aber mittlerweile auch zum Schreiben fand, ist nicht erstaunlich, denn die Literatur spielte in seinem künstlerischen Werk schon lange eine große Rolle. Während einer Reise mit dem Fahrrad entlang der Donau von Donaueschingen bis Severin in Rumänien in den Jahren 2009 und 2010, entstanden neben hunderten von Fotos denn auch zahlreiche Essays und Gedichte. Bereits im vergangenen Jahr erschien im Gerhard Hess Verlag der Gedichtband Die Zeit vielleicht, einen weiteren hat der Künstler, der nun auch Autor ist, schon in Planung. Ebenfalls geplant ist eine Dokumentation der Reise entlang der Donau. Einen ersten Vorgeschmack darauf gibt es während des diesjährigen Donaufestes, für das sich Herzog einen Bauwagen besorgt, in dem er sein Projekt vorstellt. Neugierige sollten sich also schon mal die Zeit vom 6. bis 15. Juli vormerken. Vorher, nämlich am 16. Juni, wird aber noch eine Ausstellung in der Galerie der Südwest Presse eröffnet. Ihr Titel: Wort und Installation. Was es dort zu sehen gibt, hat Dietmar Herzog in den vergangenen Wochen unter anderem auch im Rahmen des Arbeits- und Ausstellungsprojekts Bildraumzeit im Schuhhaus des Kunstvereins Ulm vorbereitet. Wer zwischen dem 20. und 25. März den Weg dorthin gefunden hat, hat also schon einen kleinen Eindruck von dem bekommen, was die Besucher der Südwest-Presse-Galerie erwartet.

 

Montag, 2. April 2012

Krimifreunde kommen jeden Freitag zur Geisterstunde im Deutschlandfunk auf ihre Kosten, denn dann gibt es dort den Mitternachtskrimi. Das ist in der Nach von Karfreitag auf Ostersamstag nicht anders. Diesmal gibt es den Krimi Die seltsamen Schritte von G. K. Chesterton zu hören. Brown, ein Priester und Hobbydetektiv, wird zu einem sterbenden Kellner in das Londoner Nobelhotel Vernon gerufen. Dort trifft sich an diesem Abend der exclusive Club Die zwölf wahren Fischer zum alljährlichen Diner. Von seinem kleinen Nebenzimmer aus vernimmt Brown seltsame Schritte auf dem Korridor, die ihn neugierig machen. Weil der Priester nicht nur neugierig lauscht, sondern auch nachdenkt und unauffällig handelt, gelingt es ihm, ein Verbrechen zu verhindern und eine Seele zu retten.
Mitternachtskrimi. Die seltsamen Schritte, Deutschlandfunk, am Freitag (Nacht auf Samstag), 6. April um 0:05 Uhr. 

 

Dienstag, 27. März 2012

Am vergangenen Samstag wurde Martin Walser 85 Jahre alt. 3sat widmete ihm deshalb den Samstagabend und brachte zunächst die Verfilmung der Novelle Ein fliehendes Pferd und anschließend ein ausführliches Porträt des Dichters. Am Sonntagvormittag ging es weiter mit der Sendung Literatur im Foyer. Felicitas von Lovenberg empfing als Gastgeberin ihre Kritikerkollegen Thea Dorn, Denis Scheck und Martin Lüdke. Alle vier kennen den Autor persönlich, haben ihre eigenen Erfahrungen mit ihm gemacht und ihre eigene Meinung über den Schriftsteller Martin Walser. Der Büchtertalk wird vom SWR produziert, wo er immer Donnerstags gesendet wird, am darauffolgenden Sonntag folgt dann meist die Wiederholung auf 3sat. Dieses Mal ist es umgekehrt. Alle, die die Sendung am Sonntag verpasst haben, haben noch die Gelegenheit sie am kommenden Donnerstag im SWR zu verfolgen und so zu erfahren, was denn die Literaturkritiker über Walser zu sagen hatten.
Literatur im Foyer - extra. Zum 85. Geburtstag von Martin Walser. Felicitas von Lovenberg im Gespräch mit Thea Dorn, Martin Lüdke und Denis Scheck, SWR, am Donnerstag, 29. März um 23:45 Uhr.

 

Freitag, 23. März 2012

Unter die Kinderbuchautoren ist Elvira Lauscher gegangen. Das Kätzchen am Bach heißt das Buch, das es vorläufig erst einmal als E-Book in der Kindle Edition gibt. Es erzählt von der kleinen Laura Sandstein, die die Natur und die Tiere liebt. Ihr Onkel Peter, der Förster, lädt sie ein, mit ihm in den Wald zu gehen, wo er eine Überraschung für sie hat. Onkel Peter will ihr nämlich Kätzchen zeigen. Laura platzt vor Neugierde, dabei muss sie noch bis zum Nachmittag warten. Den E-Book-Reader können interessierte Eltern kostenlos bei amazon herunterladen. Ein Kindle ist nicht nötig, das Buch kann auch auf dem Computer gelesen werden. Für Printfans wird Lauras Geschichte jedoch auch noch in gedruckter Form erscheinen.

 

Montag, 19. März 2012

Die Leipziger Buchmesse hat am Sonntag ihre Pforten wieder geschlossen. Wie jedes Jahr stellten zahlreiche prominente Autoren ihre Neuerscheinungen vor und wie jedes Jahr nahmen viele von ihnen auch wieder auf dem blauen Sofa von ZDF, Club Bertelsmann und Deutschlandradio Kultur Platz. Die Liste der diesjährigen Gäste auf dem längst berühmten Sofa reicht von Egon Bahr und Wibke Bruhns über Frido Mann bis zu Rafik, Schami und Martin Walser. Wer die Gespräche verfolgen möchte, kann sie unter www.buchmesse.zdf.de abrufen oder morgen Abend ab kurz nach Mitternacht Die lange Nacht des blauen Sofas ansehen. Diese zeigt drei Stunden lang Ausschnitte aus Gesprächen mit Autoren. 
Die lange Nacht des blauen Sofas, ZDF, am Dienstag 20. Februar (Nacht auf Mittwoch) um 0:10 Uhr.

 

Donnerstag, 15. März 2012

Die Leipziger Buchmesse hat begonnen und zum Auftakt wurde heute der Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen. Über den Belletristikpreis darf sich Wolfgang Herrndorf, der vergangenes Jahr bereits mit seinem Roman Tschik nominiert war, freuen. Mit Sand, einem Roman der zu Beginn der 70er Jahre in der Sahara spielt, hat es nun geklappt. Krankheitsbedingt konnte der Autor den Preis allerdings nicht persönlich in Empfang nehmen. Der Übersetzerpreis ging an Christina Viragh, die den 1700-Seiten-Wälzer Parallelgeschichten von Peter Nadas übersetzte. Jörg Baberowski bekam die Ehrung in der Kategorie Sachbuch für Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt. Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit insgesamt 45 000 Euro dotiert.  

 

Montag, 12. März 2012

In Leipzig steht ab kommenden Donnerstag wieder die Literatur im Mittelpunkt. Bis Sonntag können sich Verleger, Autoren, Literaturagenten, Buchhändler, Bibliothekare und Literaturfreunde auf der Buchmesse austauschen. Der kleinen Schwester der Frankfurter Veranstaltung wird nachgesagt, sich stärker am normalen Publikum zu orientieren, während sich die Buchmesse am Main vor allem an die Mitglieder der Buch- und Literaturbranche richtet. Teil der Messe ist auch das Lesefest Leipzig liest. Dort können Leipzig-Besucher dem einen oder anderen prominenten Autor bei einer Lesung zuhören, aber auch die Messe selbst bietet zahlreiche Lesungen. Ein großer Ansturm herrscht natürlich stets bei den bekannten Schriftstellern, doch auch unbekannte regionale Autoren sind in Leipzig zu Gast. Im vergangenen Jahr erzählten Adi Hübel und Jörg Neugebauer fehrgelesen über ihre Leipziger Messeerlebnisse. Wer noch spontan hinfahren möchte, muss sich allerdings auf einen Tagestripp einstellen, denn die Zimmer sind natürlich alle längst vergeben.

 

Donnerstag, 8. März 2012

Wer jemals ein schlecht oder gar nicht lektoriertes Buch gelesen hat, weiß welches Geschenk gute Lektoren dem Leser und natürlich auch dem Autor machen. Doch was weiß man überhaupt über die Arbeit des Lektors? Was tut er so alles? Braucht er eine spezielle Ausbildung? Und gibt es eigentlich eine Poetik des Lektorierens? Diesen und anderen Fragen geht Deutschlandradio Kultur am kommenden Dienstag in der Sendung Literatur unter dem Motto Stummer Diener, diskreter Kritiker - Das Berufsbild des Lektors im Wandel nach.
Literatur. Stummer Diener, diskreter Kritiker - Das Berufsbild des Lektors im Wandel, Deutschlandradio Kultur, am Dienstag 13. Februar um 19:30 Uhr.

 

Sonntag, 4. März 2012

Ihr neues Programm Die fünf Elemente stellten die beiden Wortkunstläufer Elvira Lauscher und Jörg Neugebauer am vergangenen Freitag in der leider schwach besetzten theaterWerkstatt vor. Wie immer, wenn das Duo gemeinsam auf der Bühne steht, kabbelten sie sich miteinander, zum Beispiel darüber, ob es nun vier oder fünf Elemente gibt oder woraus Seifenblasen sind. Solche blies Elvira Lauscher am Anfang in die Luft, nachdem es zunächst darum gegangen war, woher Politiker Geld nehmen, nämlich von den Banken, was sie tun, nämlich Banken retten und woher sie das Geld dafür holen, wo die Banken doch pleite sind. Schließlich ging es noch um Harald Schmidt, Liza Minelli und die schöne Lau, die nix sagt “weil Nixen immer nix sagen”, ehe die beiden ihren Disput über die Anzahl der Elemente begannen. Dieser wurde dann unterbrochen von einer langen Erzählpassage. Das war ein mit diesem Programm neu hinzu gekommenes bislang ungewohntes Element, über das man geteilter Meinung sein kann, im ansonsten flott hin und her wogenden Spiel mit den Wörtern. Dann aber bekamen die beiden vom “Wühlen durch die Elemente” Durst und so wurde eine Pause nötig. Vorher erfuhren die Zuschauer aber noch, warum es nach Meinung von Jörg Neugebauer fünf Elemente sind. Er hält sich nämlich an die Tibeter und erklärte deshalb “das fünfte ist der Raum”. Weil er aber Durst hatte, sprach er, nun erst einmal denselben wechseln zu wollen.

Nach der Pause kam Elvira Lauscher mit einer Wunderkerze auf die Bühne, denn eines der vier Elemente, auf denen sie beharrte, ist ja das Feuer. Doch ach: Immer wenn es gerade um die Elemente ging, kamen die beiden schnell wieder vom Thema ab und ihnen fiel so allerlei ein bis der Wortkunstlauf irgendwann zu Ende war. Und wie viele Elemente sind es nun? Ganz einfach: Nach Meinung von Elvira Lauscher sind es vier, Jörg Neugebauers Ansicht zufolge fünf.

Die beiden nächsten Auftritte des Duos Wortkunslauf sind am 20. und 21. April in der theaterWerksatt, jeweils um 20 Uhr.

 

Donnerstag, 1. März 2012

Eine spannende Reise nach Serbien treten einige Mitglieder der Ulmer Autoren 81 e. V. dieser Tage an. Grund ist das Europäische Facebook-Lyrik-Festival, das dieses Jahr zum dritten Mal in Novi Sad stattfindet. Dichter aus ganz Europa reisen dafür an oder präsentieren ihre Gedichte über das Internet. Auch Adi Hübel, Dietmar Herzog und Marco Kerler sind unter den Autoren und werden am 3. und 4. März aus ihren lyrischen Werken lesen. Diese wurden auch bereits ins Serbische übersetzt, so dass sie von einer Sprecherin zusätzlich auf Serbisch vortragen werden können. Es ist außerdem geplant, die in Novi Sad gelesenen Texte in einer serbisch/deutschen Ausgabe herauszubringen. Veranstaltet wird das Festival vom Banater Kulturzentrum und der Messe in Novi Sad.

 

Montag, 27. Februar 2012

Die Mitglieder des Vereins Ulmer Autoren wollen unter ihrer neuen Vorsitzenden Adi Hübel wieder mehr Lesungen veranstalten und fingen am vergangenen Samstag schon einmal damit an. In der theaterWerkstatt, die so gut besucht war, dass noch ein paar zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden mussten, lasen sieben Autorinnen und Autoren Texte unter dem Motto Mit allen Wassern gewaschen, darunter auch Christine Lammel, die aus ihrem Sachbuch Die Superweiber der Steinzeit vortrug. Alle anderen kredenzten jedoch Auszüge aus Romanen und Erzählungen sowie Gedichte.

Der Abend begann mit Manfred Enderle, der aus Nachtwanderer las, einem Krimi, der sich zwar nicht unbedingt an die Freunde atemraubender Spannung richtet, dafür aber zeigt, wie intelligente Unterhaltung geht. Enderles Held Thomas Graun liebt das nasse Element, er sitzt gerne am See, und in den Museen studiert er auf den Gemälden berühmter Maler, welches Talent diese für die Darstellung des Wassers hatten. Auf Enderle folgte Marco Kerler, der in seinen an Poetry Slams erinnernden Gedichtbeiträgen das Motto des Abends auf sehr interessante Weise großzügig auslegte. Vor der Pause lasen noch Christine Lammel und Helmut Gotschy. Letzterer trug einen Auszug aus Asiri, einer Geschichte aus seinem im vergangenen Jahr erschienenen Band Storch über ein Tsunami-Opfer vor. Adi Hübel setzte schließlich nach der Unterbrechung die Lesung fort. Neben zwei Gedichten brachte sie auch eine Passage aus ihrem neuen noch unveröffentlichten Roman zum Vortrag. Für große Erheiterung sorgte Roland Schanz mit seiner sehr komischen surreal angehauchten Geschichte über einen unfreiwillig zum Zwilling gewordenen Mann. Beschlossen wurde der Abend von Dietmar H. Herzog, der zunächst einmal bedächtig ein paar fiktive Regentropfen zuerst von seiner wetterfesten Jacke und dann von seiner Brille wischte, entstanden die Gedichte, die er vortrug - eines davon ist in seinem Lyrikband Die Zeit vielleicht abgedruckt - doch auf einer phasenweise von Regen begleiteten Reise mit dem Fahrrad entlang der Donau von Donaueschingen bis Severin in Rumänien.

Regen gab es übrigens auch in der theaterWekrstatt, allerdings nur aus dem Lautsprecher, denn Helmut Gotschy sorgte mit Hilfe seines Laptops zwischen den einzelnen Darbietungen für prasselnde Geräusche inklusive ein paar kräftiger Donnerschläge. Diese waren das einzig Laute an einem Abend, der so recht nach dem Geschmack jener war, die das Leise und Unspektakuläre der großen Show vorziehen. 

 

Freitag, 24. Februar 2012

Charles Dickens, dessen 200. Geburtstag am 7. Februar begangen wurde, widmen sich die radioTexte am Dienstag. Christian Brückner liest aus den Aufzeichnungen aus Amerika. Dreißig Jahre alt und schon ein gefeierter Dichter war Dickens, als er 1842 Amerika besuchte. In seinem Reisebericht erzählt der Engländer über New York, das Weiße Haus und die Gefängnissse in Philadelphia. Er schildert die sozialen Missstände und die Unterdrückung der Sklaven. Insgesamt zeichnet Dickens ein sehr kritisches, aber auch originelles Bild Amerikas.
radioTexte am Dienstag. Charles Dickens Aufzeichnungen aus Amerika (1/2), BR 2, am Dienstag 28. Februar 21:03 Uhr.

 

Montag, 20. Februar 2012

Auf das Ein oder Andere, das dieses Jahr so ansteht, wurde im Notizblog schon aufmerksam gemacht. Nun sollen einmal ein paar runde Geburts- und Todestage erwähnt werden. Schon begangen wurde am 7. Februar der 200. Geburtstag von Charles Dickens. Der nächste 200. Geburtstag steht in der kommenden Woche an. Dann wird an Berthold Auberbach erinnert. Auerbach, am 28. Februar 1812 in Horb am Neckar geboren und ein paar Tage vor seinem siebzigsten Geburtstag 1882 in Cannes verstorben, war der Verfasser der Schwarzwälder Dorfgeschichten, mit denen ihm 1843 der Durchbruch als Schriftsteller gelang. Diesen Erzählungen folgten zahlreiche weitere, dazu Romane, Essays und Bühnenstücke. Schon 1841 erschien seine Übersetzung der Werke Spinozas aus dem Lateinischen. Auerbachs Weg als Schriftsteller war ihm nicht vorgezeichnet. In den 1830er Jahren als Burschenschaftler zunächst wegen staatsfeindlicher Umtriebe verhaftet und ein paar Jahre später zu zweieinhalb Monaten Festungshaft auf dem Hohenasperg verurteilt, konnte er nicht mehr Rabbiner werden. So begann Auerbach zu schreiben und wurde schließlich ein erfolgreicher Schriftsteller.
Soviel zu den Geburtstagen, unter den Todestagen, die dieses Jahr anstehen, sind jene Karls Mays und Hermann Hesses. Mays 100. Todestag  wird am 30. März  begangen, Hesses  50. am  9. August. Über beide Herren, so steht zu vermuten, wird vorher reichlich viel geschrieben werden.

 

Donnerstag, 16. Februar 2012

Dem Faschingstreiben schließt sich auch der Bayerische Rundfunk an. Die rauschenden Feste der Schwabinger Bohème inspirierten nämlich zahlreiche Schriftsteller, und die teilweise sehr namhaften Teilnehmer der Feste fanden kaum verschleiert Eingang in den ein oder anderen Roman, so zum Beispiel in Franz Hessels Der Kramladen des Glücks. Aus diesem Roman sowie aus Oskar A. H. Schmitz’ Bürgerliche Bohème lesen der Synchronsprecher Tobias Lelle und der Schauspieler Gerd Anthoff in der BR2-Sendung radioTexte am Samstag.
radioTexte am Samstag. Rauschende Nächte, knisternde Tage, BR 2, am Samstag 18. Februar 21:03 Uhr.

 

Sonntag, 12. Februar 2012

Unter die E-Bookautoren ist Elvira Lauscher gegangen. Die Ulmer Journalistin und Autorin, die bislang Gedichte und Kurzgeschichten sowie die Bücher Unser Kochbuch der 70er Jahre und Ulm im Wandel veröffentlicht hat, präsentiert nun mit Das Lachen der Enten erstmals einen Lyrikband mit Aquarellen als E-Book. Zu haben sind die Gedichte bei amazon. Einen Kindle braucht nicht unbedingt, wer das Buch lesen möchte, die Software kann auch kostenlos auf den Computer oder das Handy geladen werden. 

 

Dienstag, 7. Februar 2012

Aus dem Tagebuch einer Hirtin in den Schweizer Bergen liest Krista Prosch am Sonntag, 12. Februar in der BR2-Sendung radioTexte - Das offene Buch. Die 1971 geborene Pia Solèr, ursprünglich gelernte Verkäuferin, reiste jahrelang durch die Welt - Libyen, Marokko, Mexiko und China waren ihre Ziele, in Shanghai lernte sie die Akupressur. Seit bald zwanzig Jahren aber, verbringt Solèr die Sommermonate nun auf der Scharboda Alp in Graubünden und hütet dort Schafe und Ziegen. Internet und Strom gibt es nicht, Handy-Empfang nur gelegentlich. Aus dem Tagebuch, das Pia Solèr über dieses Leben führt, liest Krista Prosch. Die Autorin ließ für ein Gespräch die Alp ein paar Stunden allein, um im Studio Chur über ihr Leben zu erzählen.
radioTexte - Das offene Buch. Die Weite fühlen. Pia Solèr und ihr Tagebuch, BR2 am Sonntag, 12. Februar 11 Uhr.

 

Donnerstag, 2. Februar 2012

Über einige literarische Aktivitäten des Ulmer Vereins KunstWerk im ersten Halbjahr 2012 wurde etwas weiter unten schon berichtet, doch das ist natürlich lange noch nicht alles, was sich in Ulm in Sachen Literatur so tut. Auch in der theaterWerksatt wird wieder Literatur geboten. Da wäre beispielsweise noch diesen Monat, genau genommen am 25. Februar die Veranstaltung Mit allen Wassern gewaschen. Zusammengetan haben sich dafür zahlreiche Ulmer Autoren, darunter, Marco Kerler, Helmut Gotschy und Dietmar H. Herzog, und alle lesen aus eigenen Geschichten oder Gedichten rund um das Thema Wasser. Im März schließlich präsentiert das Duo Wortkunstlauf sein neues Programm Die fünf Elemente. Die Premiere ist gleich zum Monatsanfang, am Freitag, den 2., einige weitere Vorstellungen folgen. Beginn der literarischen Aktivitäten ist jeweils um 20 Uhr.  

 

Montag, 30. Januar 2012

Um Friedrich den Großen dreht sich am kommenden Donnerstag alles in der Sendung Literatur im Foyer. Thea Dorns Gäste sind Jens Bisky, der zum 300. Geburtstag des Alten Fritz das Buch Unser König. Friedrich der Große und seine Zeit schrieb sowie Hans Pleschinski. Von Pleschinski erschien zum Jubiläum eine Neuauflage des Briefwechsels zwischen Voltaire und dem Preußenkönig. Voltaire - Friedrich der Große. Briefwechsel heißt das bei Hanser erschienene Buch, das nicht nur von Pleschinski herausgegeben, sondern auch übersetzt und kommentiert wurde.
Literatur im Foyer. Gäste: Hans Pleschinski und Jens Bisky, SWR am Donnerstag, 2. Februar 23:45 Uhr.

 

Donnerstag, 26. Januar 2012

KunstWerk nennt sich ein recht rühriger Ulmer Verein, der immer wieder auch literarische Veranstaltungen auf die Beine stellt. Das gilt auch für das Jahr 2012. Im ersten Halbjahr findet unter anderem im Rahmen der Reihe Wörterflug am Freitag, 9. März im Café der Stadtbibliothek die Veranstaltung Hundstage, eine Mischung aus Literatur und moderner Musik, statt. Die Literatur kommt dabei von Helmut Gotschy, die Musik von Elke Rogge. Schon davor, am 10. Februar, ebenfalls ein Freitag, kommt Goethe in spezieller Weise zu Ehren, nämlich mit einer an Jazz und klassischen Liedern orientierten Zykluskomposition über zwölf Goethegedichte. Vertont wurden die Gedichte von Jochen Aldinger, der sie am Piano gemeinsam mit der Sängerin Lena Sundermeyer zum Vortrag bringt. Das sind nur zwei der literarischen Veranstaltungen, die KunstWerk e. V. fürs erste Halbjahr geplant hat. Weitere literarische und andere kulturelle Veranstaltungen des Vereins finden Sie hier.

 

Samstag, 21. Januar 2012

Das neue Jahr ist schon wieder drei Wochen alt und es wird Zeit nach und nach auf das ein oder andere Ereignis aufmerksam zu machen. Da wäre zum Beispiel das Ländle. Sechzig Jahre ist es am 25. April her, dass das Land Baden-Württemberg gegründet wurde. Ein Geburtstagsgeschenk gibt es deshalb auch vom Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer. Ob sich darüber jeder freut ist zu bezweifeln, handelt es sich doch um eine Sonderausgabe des Romans Monrepos oder die Kälte der Macht von Manfred Zach. Zachs Romanerstling sorgte bei seinem Erscheinen 1996 für große Aufregung. Warum? Nun er handelt vom Filbinger- und Späth-Zeitalter und zeichnet, so heißt es bei Klöpfer & Meyer “ein exemplarisches Psychogramm der Politik, ihrer Mechanismen, Verlockungen, Gefahren, Verkrümmungen”. Autor Zach war übrigens baden-württembergischer Regierungssprecher und bekam also hautnah mit, wie es in der Politik so zugeht. Das besondere Geburtstagsgeschenk wird im Februar erscheinen.

 

Mittwoch, 18. Januar 2012

Krimifreunde werden vom Deutschlandfunk in der Nacht von Freitag auf Samstag stets mit einem Mitternachtskrimi als Betthupferl schlafen geschickt. Das ist am kommenden Wochenende nicht anders. Dieses Mal gibt es den Krimi Inspektor Jury steht im Regen von Martha Grimes. Der Deutschlandfunk schreibt dazu: “Nach dem Mord an der jungen Ivy fällt der Verdacht auf ihren Verlobten David Marr, der vom Geld seiner alten, vornehmen Verwandtschaft lebt. Auf dem Landsitz seiner Familie trifft Jury auf Marion Winslow, Davids Schwester, und ihren erwachsenen Sohn Edward. Ihr Mann Hugh Winslow lebte seit dem Tod der Tochter Phoebe getrennt von seiner Frau. Miteinander verschweißt wie die Figuren auf einem Porträt, halten die Winslows zusammen, wenn es darum geht, die Familienehre zu verteidigen.” Es verspricht also wieder spannend zu werden.
Mitternachtskrimi: Inspektor Jury steht im Regen, Deutschlandfunk, in der Nacht von Freitag, 20. auf Samstag, 21. Januar 0:05 Uhr.

 

Donnerstag, 12. Januar 2012

In der Landesschau des SWR war der Autor und ehemalige Kulturredakteur Thomas Vogel am vergangenen Dienstag zu Gast, um seinen auch auf fehrgelesen besprochenen Roman Hinter den Dingen vorzustellen. Vogel sprach über seine Begegnung mit Schmuel Gogol, der als Junge Auschwitz überlebte und über andere für ihn wichtige Begegnungen, die alle auch im Roman eine Rolle spielen. Auf seiner Webpräsention bietet der SWR die Möglichkeit, das Gespräch von Moderator Jürgen Hörig mit dem Autor noch einmal anzusehen.

 

Sonntag, 8. Januar 2012

Die vor- und nachweihnachtliche Ruhe ist vorbei und damit auch die Weihnachtspause von Literatur im Foyer. Am kommenden Donnerstag empfängt Thea Dorn Hanns-Josef Ortheil, der mit seinem neuen Buch Liebesnähe seine Trilogie zum Thema Liebe abschloss. Diesem Buch voran gingen die Bücher Die große Liebe und Das Verlange nach Liebe. Entsprechend behandelt die Sendung auch die Liebe, aber nicht nur: Hanns-Josef Ortheil, der auch Kreatives Schreiben an der Universität Hildesheim lehrt, wurde zur Aufzeichnung der Sendung begleitet von Clara Ehrenwerth und Kevin Kuhn, zwei seiner hoffnungsvollsten Schüler. Weiteres Thema deshalb: Kann man Schreiben lernen?
Literatur im Foyer. Gäste: Hanns-Josef Ortheil, Clara Ehrenwerth und Kevin Kuhn, SWR am Donnerstag, 12. Januar 23:45 Uhr.

 

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Von einer zerbrochenen Familie erzählt Weihnacht, eine der Geschichten in Helmut Gotschys Buch Storch. Der kleine Peter wächst bei der Mutter auf und muss Heiligabend beim Vater und dessen neuer Familie verbringen, wo es sehr lieblos zugeht. Noch als Erwachsener empfindet er Panik, als er an Heiligabend daran denkt, obwohl es in seiner eigenen Familie ganz anders zuzugehen scheint. Ein unglückliches Weihnachtsfest kennen viele Kinder, weil das Geld für ein kleines Geschenk fehlt, die Familie zerbrochen ist oder sie vernachlässigt werden, während in den Medien und in der Werbung Bilder von glücklichen Kindern unterm Tannenbaum zu sehen sind. Peters Geschichte ist eine von vielen literarischen Geschichten, die zeigt, dass dieses Bild der Realität nur allzu häufig nicht Stand hält. Und wenn Sie ganz kurzfristig noch ein Weihnachtsgeschenk brauchen, wie wär’s dann mit einem Buch? Es muss keineswegs immer von fröhlichen Weihnachtstagen handeln. 

 

Freitag, 16. Dezember 2011

Anfang Dezember 1801 machte sich Friedrich Hölderlin auf den Weg von Nürtingen nach Bordeaux, um in der Stadt an der Garonne eine Stelle als Hauslehrer anzutreten. Nur wenige Monate später kehrte er völlig verstört zurück. Gute zweihundert Jahre später wiederholte Thomas Knubben, Professor für Kulturwissenschaft und Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigshafen und ehemaliger Kulturreferent in Ravensburg, Hölderlins Reise um dem großen Dichter näher zu kommen und womöglich herauszufinden, was mit Hölderlin in Bordeaux geschah. Seine Erlebnisse veröffentlichte Knubben in dem Buch Hölderlin. Eine Winterreise. Mittlerweile gibt es auch eine eigene Website mit Fotos, Kritiken, Hinweisen auf Lesungen sowie einem Gästebuch und zuddem eine Facebookseite, auf der der Autor über seine Reiseerlebnisse erzählt. Wer mag, kann dort jeden einzelnen Tag von Knubbens Reise nachvollziehen.

 

Montag, 12. Dezember 2011

Karl-Heinz Ott, 1957 in Ehingen geboren und heute in Freiburg zuhause, gehört schon seit längerem zu den renommierten deutschen Schriftstellern. Sein Romandebüt Ins Offene erschien 1998, seitdem hat der mit Theresia Walser verheiratete Autor drei weitere Roman veröffentlicht, darunter Wintzenried, erschienen diesen Herbst bei Hoffmann und Campe. Der Roman handelt von Jean-Jacques Rousseau, welcher Zeit seines Lebens nicht darüber hinwegkommt, dass der Friseur Wintzenried, den Platz im Bett seiner dreizehn Jahre älteren Geliebten eingenommen hat. Ohne dieses Trauma, glaubt Rousseau wäre er glücklich, müsste nicht gegen die Welt toben und zum Wegbereiter der Französischen Revolution werden. Am kommenden Donnerstag stellt Ott, der Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft studierte und auch ein Buch über den Komponisten Georg Friedrich Händel schrieb, Wintzenried bei Thea Dorn in der Sendung Literatur im Foyer vor. Als weiterer Gast ist Philipp Blom geladen. Sein Buch Böse Philosophen beschäftigt sich unter anderem auch mit Jean Jacques Rousseau.
Literatur im Foyer. Gäste: Karl-Heinz Ott und Philipp Blom, SWR am Donnerstag, 15. Dezember 23:45 Uhr.  

 

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Dieser Tage kann man wieder häufiger das Theodor-Storm-Gedicht Knecht Ruprecht irgendwo hören oder lesen und sofort sind Erinnerungen an die Kindheit da. Schon immer gab es für Kinder viele schöne Gedichte und andere Geschichten rund um das Weihnachtsfest, etwa Klassiker wie Charles Dickens Weihnachtsgeschichte, aber immer wieder erscheinen auch neue Bücher mit weihnachtichen Erzählungen für Kinder unterschiedlichen Alters. Wenn Sie also noch ein Weihnachtsgeschenk brauchen, dann schenken Sie doch ein Buch, eines das weihnachtliche Geschichten aus der ganzen Welt enthält beispielsweise, oder sorgen Sie für ein besonderes Wiedersehen mit dem karierten Elefanten Elmar. Elmar feiert nämlich auch Weihnachten. Ob er ein Buch geschenkt bekommt ist nicht klar, die gelegentlich gehörte Behauptung Bücher seien langweilige Allerweltsgeschenke würde er aber bestimmt zurückweisen.

 

Sonntag, 4. Dezember 2011

Und nochmal Tranströmer. Auch Deutschlandradio Kultur widmet dem schwedischen Lyriker zur Verleihung des Literaturnobelpreises eine Sendung. Am kommenden Dienstagabend beschäftigt sich Carola Wiemers unter dem Motto Das Wilde hat keine Worte mit dem Dichter. “Mit Tomas Tranströmer gehen wir in eine Schule des Sehens und Lernens, begierig das Alphabet neu zu buchstabieren”, heißt es dazu in der Vorankündigung.
Literatur. Das Wilde hat keine Worte - Der schwedische Dichter und Literaturnobelpreisträger Tomas Tranströmer, Deutschlandradio Kultur am Dienstag, 6. Dezember 19:30 Uhr.

 

Freitag, 2. Dezember 2011

Am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels werden in Stockholm wieder die Nobelpreise überreicht. Der Literaturnobelpreis, wird dann, wie schon seit Oktober bekannt, an Tomas Tranströmer gehen. Der Bayerische Rundfunk widmet dem schwedischen Dichter schon am kommenden Sonntag seine Sendung radioTexte - Das offene Buch. Peter Fricke wird Gedichte von Tranströmer lesen, der Lyriker wird jedoch auch als Pianist zu hören sein, denn die Musik ist seine zweite Leidenschaft.
radioTexte - Das offene Buch. Nobelpreisträger Tomas Tranströmer, BR 2 am Sonntag, 4. Dezember 11 Uhr.

 

Montag, 28. November 2011

Nun ist sie also wieder eröffnet, die Ulmer Kinder- und Jugendbuchmesse KIBUM. Und noch ehe es am Sonntag offiziell losging, wurde am Samstagabend der Kinder- und Jugendbuchpreis Ulmer Unke verliehen. Eine Jury aus 80 jungen Lesern erkor das Buch Ich bin Nummer vier des Duos James Frey und Jobie Hughes zum Siegerbuch. Die beiden schrieben die abenteuerliche Science-Fiction-Geschichte für Jugendliche ab Zwölf unter dem Pseudonym Pittacus Lore. Das von Irmela Brender ins Deutsche übersetzte Buch handelt von neun außerirdischen Jugendlichen, die auf die Erde flohen, nachdem ihr Heimatplanet Lorien von den feindlichen Mogadori zerstört wurde. Diese sind inzwischen ebenfalls auf der Erde angekommen und verfolgen die Jugendlichen. Drei haben Sie bereits gefunden und getötet, Nummer vier erzählt die Geschichte in Ich-Form. 

 

Sonntag, 27. November 2011

Normalerweise drehen Elvira Lauscher und Jörg Neugebauer vom Duo Wortkunstlauf gemeinsam sprachliche Pirouetten, Nun treten beide beim Loriot-Abend In Bozen liegen die Waschräume separat in der Theaterwerkstatt auf - natürlich nicht alleine, sondern mit einigen weiteren Darstellen. Insgesamt dreizehn Sketche warten auf die Zuschauer. Für Elvira Lauscher ist es die Premiere, Jörg Neugebauer hat bereits Loriot-Erfahrung, denn die Theaterwerkstatt bereitet regelmäßig Sketche des Komikers für das Publikum auf. Premiere des neuen Loriot-Abends ist am 2. Dezember um 20 Uhr.

 

Donnerstag, 24. November 2011

Corine heißt der Internationale Literaturpreis, der am vergangenen Dienstag zum elften Mal vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen wurde. Preisträger waren dieses Jahr unter anderen Elke Heidenreich und Axel Hacke, der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten ging an Christine Nöstinger. Insgesamt wurden elf Autoren aus dem In- und Ausland in acht Kategorien ausgezeichnet. Wer die Übertragung auf 3sat nicht gesehen hat, hat die Möglichkeit die Aufzeichnung am Samstag im Bayerischen Fernsehen anzuschauen.
Corine - Internationaler Buchpreis 2011, BR am Samstag, 26. November 22:25 Uhr.

 

Sonntag, 20. November 2011

Er zeichnet, schreibt Autobiografien, Bücher für Kinder und (erotische) Erzählungen für Erwachsene - die Rede ist vom vielseitig begabten und interessierten Tomi Ungerer, geboren am 28. November 1931 in Straßburg. Nun feiert der elsässische Künstler also seinen 80. Geburtstag, weshalb ihm Bayern 2 am kommenden Dienstag die Sendung radioTexte am Dienstag widmet. Gemeinsam mit Herbert Feuerstein wird Ungerer aus seinen Autobiografien Heute hier morgen fort, Die Gedanken sind frei und Kein Kuss für die Mutter lesen.
radioTexte am Dienstag - Kein Kuss für die Mutter, BR 2 am Dienstag, 22. November 21:03 Uhr.

 

Mittwoch, 16. November 2011

Bücherfeunde sollten in den nächsten Wochen mal einen Ausflug nach Stuttgart oder Karlsruhe einplanen. Schon morgen beginnen die Stuttgarter Buchwochen, die bis zum 11. Dezember dauern. Jeden Tag finden zahlreiche Veranstaltungen rund um die Literatur und auch rund um das diesjährige Gastland Schweden statt, wie das Programm zeigt. Das Tolle: Zahlreiche Veranstaltungen sind im Eintrittspreis enthalten und dieser liegt bei sagenhaft günstigen 2 Euro. Dafür können sich Besucher von 10 bis 20 Uhr durch die Stände im zentral gelegenen Haus der Wirtschaft arbeiten und eben auch die ein oder andere Veranstaltung besuchen. Bevor die Buchwochen am Sonntag, 11. Dezember zu Ende gehen, werden am Samstag, 10. Dezember die schwedischen Gäste mit einem Schwedentag groß gefeiert. Außer den Schwedenmarkt zu besuchen, auf dem es neben Büchern auch Leckereien und Kunsthandwerk zu kaufen gibt, können Bücherfans unter anderem der Lesung Ein Köttbulle kommt selten allein lauschen, bei Ikea vorbeischauen oder etwas über Alfred Nobel erfahren, denn an diesem Tag werden in Stockholm auch die Nobelpreise überreicht.

Bereits am vergangenen Donnerstag begonnen hat die Karsruher Bücherschau im Regierungspräsidium Karlsruhe, Karl-Friedrich.-Straße 17. Auch in Karlsruhe haben Leseratten noch bis zum 4. Dezember Gelegenheit, jeweils zwischen 10 und 20 Uhr zum Eintrittspreis von 2 Euro in Büchern zu schmökern was das Zeug hält und darüber hinaus an weiteren Veranstaltungen teilzunehmen, zum Beispiel an diversen tschechisch-deutschen Lesungen. Das Gastland in Karlsruhe? Natürlich Tschechien. 

 

Samstag, 12. November 2011

Unter dem Namen DREISATZ zusammengeschlossen haben sich Katrin Messingschlager, die schon seit der Schulzeit Gedichte “über die Liebe, die Natur und den leidenschaftlichen Tanz des Lebens” schreibt, der ehemalige Drehleierbauer und Autor Helmut Gotschy, sowie der Satiriker und Musiker Ernst Bosch alias Jonathan von Dannen. Am vergangenen Donnerstag hatten sie nun in der Neu-Ulmer Stadtbücherei ihre Premiere. Abwechselnd kamen Messingschlager-Gedichte, Prosatexte von Helmut Gotschy und Couplets von Jonathan von Dannen zum Vortrag. Garniert wurde das Ganze mit Keybordklängen, für die natürlich ebenfalls von Dannen zuständig war. Dabei ergaben die Gedichte, Couplets und Helmut Gotschys Texte, die auch einen Blick auf die Schattenseiten des Lebens werfen und Gegensätze darstellen, eine interessante Mischung. 

 

Freitag, 11. November 2011

Lion Feuchtwangers Moskaureise widmet sich die BR 2-Sendung Bayern - Land um Leute am kommenden Sonntag. Es war im November 1936, als der Auotor - seiner Aktivitäten als antifaschistischer Intellektueller wegen eingeladen vom sowjetischen Schriftstellerverband - sein Exil in Sanary-sur-Mer Richtung Moskau verließ. Drei Monate blieb Feuchtwanger dort und führte in jener Zeit auch Verhandlungen über eine russische Ausgabe seiner Werke und über die Verfilmung des Romans Die Geschwister Oppermann. Auch mit Stalin soll er mehrere Stunden gesprochen haben. Nach Frankreich zurückgekehrt, verfasste Feuchtwanger für seine Freunde einen Bericht, in dem er zwar auch Kritik am sozialistischen System übte, die Sowjetunion aber alles in allem doch auf dem richtigen Weg wähnte. Warum er die Brutalitäten der Stalindiktatur ausblendete, versucht Renate Eichmeier in der Sendung zu klären.
Bayern - Land und Leute. Lion Feuchtwangers Moskau-Reise 1936/37, BR 2 am Sonntag, 13.November 13:30 Uhr.

 

Dienstag, 8. November 2011

Am 21. November jährt sich der Todestag von Heinrich von Kleist zum 200. Male. Schon das ganze Jahr über erschienen Neuausgaben seiner Werke und auch Biografien. Nun beginnen auch die Radio- und Fernsehsender damit, auf den Todestag des Dichters einzustimmen. Am kommenden Wochenende etwa, widmet sich der Deutschlandfunk den Werken Kleists. Es beginnt mit dem Mitternachtskrimi in der Nacht von Freitag auf Samstag und geht am Samstagabend weiter. Auch in den beiden darauffolgenden  Wochen, ist der Todestag den Sendern einige Stunden wert. Für alle, die sich dafür interessieren, folgen hier ein paar Termine:

Mitternachtskrimi: Das Erdbeben in Chili, Deutschlandfunk, am Freitag (Nacht auf Samstag), 11. November 0:05 Uhr.
Hörspiel/Studio LCB: Kohlhasenbrück. Erzählung aus Der Staub von Brandenburg von Volker Braun. Anschließend Michael Kohlhaas, in einer Bearbeitung von Hans Dieter Meves, Deutschlandfunk, am Samstag, 12. November 20:05 Uhr.
radioTexte - Das offene Buch: Kleist schreibt an Ulrike Meinhof, BR 2, am Sonntag, 20. November 11 Uhr.
SWR2 Themenabend Heinrich von Kleist. Mit Sandra Hüller und Mitgliedern des Ensembles des Schauspielhauses Hannover, SWR2, am Montag, 21. November 21:03 Uhr. 
Kleist on the Road - Die Reisen Heinrich von Kleists, anschließend Die Marquise von O., Literaturverfilmung, 3sat, am Samstag, 19. November 20:15 Uhr. 

 

Freitag, 4. November 2011

Seit im Mai der erste Literatursalon in der Pfuhler Galerie Kunstzone stattfand, treffen dort alle sechs bis acht Wochen immer Mittwochs Literaturinteressierte zusammen, um bei einem Glas Wein Gedichte oder Prosa-Auszüge aus den Werken berühmter Schriftsteller zu hören - vorgetragen und mit biografischen Details unterfüttert von Michaela Schafft und Jörg Neugebauer. Der für dieses Jahr letzte Literatursalon fand am vergangenen Mittwoch statt. Trotz der kühlen Temperaturen waren wieder einige Literaturfreunde, darunter etliche Stammgäste, in den nicht geheizten ehemaligen Stadel gekommen. Warm angezogen und den Temperaturen entsprechend dieses Mal bevorzugt Schwarztee mit Rum konsumierend, lauschten sie den Gedichten von Nelly Sachs und Hilde Domin. Nun aber, geht der Literatursalon erst einmal in die Winterpause, bis dann im April die Pforten wieder öffnen. Bis dahin bleibt Jörg Neugebauer genügend Zeit, den nächsten Autor oder die nächste Autorin zu erwählen. So viel aber verrät er schon: Irgendwann im nächsten Jahr, wenn auch vielleicht nicht gleich im April, wird wohl Novalis zu Ehren kommen.

 

Dienstag, 1. November 2011

Mit seinem Roman Der Name der Rose wurde Umberto Eco einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Ging es in jenem Buch um die Kirche im Mittelalter, so befasst sich Ecos neuer Roman Der Friedhof in Prag mit den Protokollen der Weisen von Zion, jenem antisemitischen Machwerk aus dem 19. Jahrhundert. Derzeit ist Eco unterwegs, um für sein neues Buch zu werben. Nachteulen konnten bereits vor zwei Wochen in der Nacht des blauen Sofas, einer Aufzeichnung von Gesprächen auf der Frankfurter Buchmessse, einiges aus dem Mund des Autors über sein aktuelles Werk erfahren, am kommenden Donnerstag nun, ist er zu Gast bei Felicitas von Lovenberg in der Sendung Literatur im Foyer. Diese beginnt immerhin schon um viertel vor zwölf und wenn das für manchen immer noch zu spät ist: Es gibt eine Wiederholung am Sonntagvormittag auf 3sat.
Literatur im Foyer, SWR, am Donnerstag, 3. November 23:45 Uhr, Wiederholung auf 3sat, am Sonntag, 6. November 10:15 Uhr.

 

Samstag, 29. Oktober 2011

Zum vierten mal findet am Mittwoch, 2. November der Literatursalon in der Pfuhler Kunstzone statt. Nachdem mit Kleist, Pessoa und Goethe bislang nur Herren Thema der Veranstaltung waren, gehört der kommende Mittwochabend nun zwei Damen, nämlich den Schriftstellerinnen Hilde Domin (1909 bis 2006) und Nelly Sachs. Sachs, geboren 1891, veröffentlichte 1921 mit Unterstützung von Stefan Zweig ihren ersten Gedichtband, 1940 floh sie vor den Nazis nach Schweden. Ihre weiteren Werke, hauptsächlich Gedichte, aber auch Prosa und szenische Dichtungen, behandeln die Schrecken des Holocaust. 1966 erhielt Nelly Sachs gemeinsam mit Samuel Joseph Agnon den Literaturnobelpreis. Sie starb 1970 in Schweden. Hilde Domin, vor allem als Lyrikerin bekannt, wurde 1909 geboren. Erst in den vierziger Jahren begann sie in der Dominikanischen Republik, wohin sie mit ihrem Ehemann Erwin Walter Palm vor den Nazis geflohen war, mit dem Schreiben. Nach dem Namen ihres Zufluchtsortes wählte sie auch ihr Pseudonym Domin aus, unter dem sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland 1954 schrieb. 1959 erschien ihr erster Gedichtband, dem weitere folgten. Hilde Domin starb 2006 in Heidelberg. Wer nun neugierig geworden ist: Der Literatursalon beginnt um 20 Uhr, warme Kleidung ist angebracht.

 

Dienstag, 25. Oktober 2011

Über Stuttgart wurde in den vergangenen drei Jahrhunderten mehr geschrieben als man glaubt, wie das von Irene Ferchl herausgegebene Buch Geschichten aus Stuttgart zeigt. Von Schiller über Chopin und Beckett, bis hin zu Heinricht Steinfest, jeder wusste und weiß etwas über die Stadt zu sagen. Rund 80 Beiträge - Romanauszüge, Gedichte, Essays, Feuilletons und auch Briefe und Tagebucheinträge - von bekannten Persönlichkeiten enthält das Buch. Wie das wohl mit Geschichten aus Ulm und Neu-Ulm aussehen würde? Für 350 Seiten würde es kaum reichen, aber eine hübsche kleine Sammlung käme vielleicht auch zusammen.

 

Freitag, 21. Oktober 2011

Christoph Martin Wieland (1733 - 1813) war, soweit bekannt ist, dreimal verlobt, die bekannteste unter seinen Verlobten war seine Cousine Sophie Gutermann, die den Roman Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim schrieb, bei dessen Entstehen der Dichter Beistand leistete. Sophie heiratete jedoch später den Ministerialbeamten Georg Michael Franck von La Roche, was Wieland erfuhr, während er in Zürich war. Erst viele Jahre später ging Wieland eine Ehe mit der Augsburger Kaufmannstochter Anna Dorothea von Hillenbrand ein. Die Frauen verehrten den gebildeten und galanten Dichter und Wieland sprach von ihnen als Freundin, Muse, Tochter oder Grazie. In der BR 2-Sendung radioZeitreisen am kommenden Sonntag, versucht Gabriele Bondy zu beleuchten, welchen Einfluss sie auf sein Leben und Werk ausgeübt haben. Zugleich möchte sie die Neugier auf einen Dichter lenken, der lange im Schatten der anderen Weimarer Klassiker stand.
radioZeitreisen. “Mein Herz kam in Gefahr...” Christoph Martin Wieland und die Frauen, BR 2, am Sonntag, 23. Oktober 13:05 Uhr.

 

Montag, 17. Oktober 2011

Nun ist sie also wieder zu Ende, die Frankfurter Buchmesse. Zahlreiche Autoren waren zu Gast und etliche von ihnen haben auf dem blauen Sofa Platz genommen. Das bedeutet, dass es auch dieses Jahr im ZDF für Nachteulen wieder eine Nacht des blauen Sofas geben wird und zwar von Dienstag auf Mittwoch ab ab 1:05 Uhr. Wer Lust hat wachzubleiben, kann also wieder einmal zahllose Gespräche mit in- und ausländischen Autoren verfolgen.
Die Nacht des blauen Sofas, ZDF, am Dienstag, 18. Oktober (Nacht auf Mittwoch) ab 1:05 Uhr. 

 

Freitag, 14. Oktober 2011

Gestern, am zweiten Frankfurter Buchmessetag, stellte sich auf einer Pressekonferenz schon einmal der Ehrengast der Buchmesse 2012 vor. Es ist Neuseeland und Jürgen Boos, der Messedirektor erklärte dazu “Neuseeland ist für uns als Leser terra incognita - und was ist schöner als die Aussicht auf eine Entdeckungsreise ins Unbekannte?“ Damit hat er sicher recht, zumal im Vorfeld der Veranstaltung stets zahlreiche Bücher aus dem Land oder der Region des Ehrengastes ins Deutsche übersetzt werden und hierzulande erscheinen. Es wird also wohl Einiges zu entdecken geben und vermutlich dürften sich auch viele finden, die auf Entdeckungsreise gehen wollen, für den diesjährigen Ehrengast Island jedenfalls, war die Buchmesse schon ein großer Erfolg, bevor sie überhaupt begonnen hatte.

 

Montag, 10. Oktober 2011

Nun steht er also fest, der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2011, er heißt Eugen Ruge und durfte den Preis für seinen Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts entgegennehmen. „Eugen Ruge spiegelt ostdeutsche Geschichte in einem Familienroman. Es gelingt ihm, die Erfahrungen von vier Generationen über fünfzig Jahre hinweg in einer dramaturgisch raffinierten Komposition zu bändigen. Sein Buch erzählt von der Utopie des Sozialismus, dem Preis, den sie dem Einzelnen abverlangt, und ihrem allmählichen Verlöschen. Zugleich zeichnet sich sein Roman durch große Unterhaltsamkeit und einen starken Sinn für Komik aus“, so lautet die Begründung der Jury, die überwiegend aus Kritikern besteht. Ruge erhält nun ein Preisgeld von 25 000 Euro, die fünf weiteren Finalisten Jan Brandt (Gegen die Welt), Michael Buselmeier (Wunsiedel), Angelika Klüssendort (Das Mädchen), Sibyllel Lewitscharoff (Blumenberg) und Marlene Streeruwitz (Die Schmerzmacherin) bekommen je 2500 Euro.

 

Samstag, 8. Oktober 2011

Ab Mittwoch ist in Frankfurt wieder die Hölle los. Verlage aus der ganzen Welt präsentieren ihre Bücher, Autoren treffen sich auf Lesungen und Verlagseinladungen, Literaturagenten preisen Manuskripte an, Zuschussverlage suchen zahlungskräftige Oper, Buchhändler sehen sich um, was es Neues gibt und gewöhnliche Leser machen sich an den beiden Publikumstagen Samstag und Sonntag ebenfalls auf den Weg in die Bankenstadt, denn es ist wieder Buchmesse. Das bedeutet auch immer, dass eine Literaturregion als Ehrengast besonders im Mittelpunkt steht, und für einen gewissen Zeitraum richtet sich dann auch in den Medien alle Aufmerksamkeit auf die Literatur des speziellen Gastes. Dieses Jahr steht Island im Mittelpunkt und die ein oder andere Sendung zum Thema lief bereits, etliche weitere werden noch folgen, darunter

  • radioReisen - über Bücher und das Meer, BR 2, Sonntag, 9. Oktober, 9:05 Uhr (Wiederholung am Montag, 10. Oktober 14:05 Uhr).
  • radioTexte. Das offene Buch - literarische Streifzüge durch Island, BR 2, Sonntag, 9. Oktober, 11 Uhr.
  • Literatur im Foyer. Island - Schlechte Zeiten, gute Bücher. 3sat, Sonntag, 9. Oktober, 10:15 Uhr.
  • Doppel-Kopf. Am Tisch mit Halldór Gudmundsson, Leiter des isländischen Gastauftritts auf der Buchmesse, hr2, Dienstag, 11. Oktober, 12:05 Uhr.
  • WDR 3 open - Studio Akkustische Kunst. Buchmesse: Island Iceland Crust, WDR 3, Freitag, 14. Oktober, 23:05 Uhr.

Für alle, die keine Zeit für einen Messebesuch haben oder die sich den Trubel ersparen möchten, bieten solche Sendungen Gelegenheit, dennoch etwas über die Literatur Islands zu erfahren. Wem das nicht reicht, der findet auf einer vom Hessischen Rundfunk eigens eingerichteten Seite zahlreiche weitere Informationen. Und natürlich eins nicht vergessen: Selber lesen! Die deutschsprachigen Verlage brachten im Vorfeld der Messe rund 200 Neuerscheinungen, darunter eine Neuübersetzung der großen Islandsagas, heraus.

 

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Nun hat also Bob Dylan, der bei den Buchmachern als Favorit galt, den Literaturnobelpreis wieder nicht gewonnen, obwohl seine Fans das doch so gerne hätten. Das wäre mal etwas Neues, ein Nobelpreis für Songtexte, so etwas gab es noch nicht. Lyriker bekommen den bedeutendsten Literaturpreis allerdings auch nicht sehr häufig, zuletzt bekam ihn 1996 die polnische Dichterin Wislawa Szymborska. So geht es also durchaus in Ordnung, dass mit dem Schweden Tomas Tranströmer mal wieder ein Verfasser von Gedichten den Preis erhält, immerhin wurde Tranströmers Lyrik in 50 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche. Zuletzt erschien bei Hanser 2005 der Band Das große Rätsel.

 

Dienstag, 4. Oktober 2011

Krimis, die vor der eigenen Haustüre spielen, sind bei vielen Lesern beliebt, das ist bei den Ulmern und Neu-Ulmern nicht anders und so versuchen sich auch immer wieder Autoren aus der Region in diesem Genre. Im Mai etwa, erschien Adi Hübels Kriminalroman Tod in Ulm, der von der jungen Polizistin Kiki Wunder erzählt. Kaum hat die aus Berlin zugezogene Ermittlerin ihre Wohnstatt in Söflingen genommen, schon finden spielende Kinder im Klosterhof, genau genommen in der dort durchfließenden Blau, eine männliche Leiche und natürlich stellt sich bald heraus, dass der gute Mann nicht beim baden ertrunken ist. So muss die junge Frau Wunder recht schnell einen Mordfall klären und wie sie das gemeinsam mit ihren Kollegin bewerkstelligt, scheint Gefallen zu finden, denn dieser Tage ging das Buch in die zweite Auflage. Gäbe es Kiki Wunder wirklich, würde sie nun wohl mit ihrer eigenwilligen Vermieterin Frau Zummermann auf den Erfolg anstoßen, denn immerhin hilft ihr diese ein wenig beim Ermitteln. Ein Toast also, auf Kiki Wunder und Frau Zummermann. 

 

Freitag, 30. September 2011

Bayerische Traumpaare nennt sich eine Reihe der BR 2-Sendung Land und Leute, die auch als Hörbuch mit vier CDs erschien. Darin widmen sich die Radioleute Ludwig II. und Sissi ebenso wie Hopfen und Malz oder Hochwürden und seiner Köchin, aber auch Franziska von Reventlow (1871-1918) und ihrem Sohn Rolf, den sie Bubi nannte. Er war das Ein und Alles der Schriftstellerin. “Wir beiden sind die Welt, was gehen uns die anderen an, du Einziges, wahnsinnig Geliebtes!" schrieb sie in ihr Tagebuch. Ihre Affären mit Männern dauerten dagegen in der Regel nur kurz. Eine Ausnahme war ihre Beziehung zu Bohdan von Suchocki, den sie im Münchner Fasching 1903 kennenlernte und auch dieser Liebe ist eine Sendung gewidmet.
Bayern - Land und Leute. Wir haben uns so lieb! Franziska zu Reventlow und ihr Bubi, BR 2, am Sonntag, 2. Oktober 13:30 Uhr.
Bayern - Land und Leute. Franziska zu Reventlow und Bohdan von Suchocki, BR 2, am Montag, 3. Oktober 13:30 Uhr.

 

Mittwoch, 28. September 2011

Über zwei Verlagsjubiläen wurde hier vor kurzen berichtet, nämlich des Silberburg- und des Klöpfer & Meyer Verlags. Ersterer veröffentlichte vor 25 Jahren die ersten Bücher, Letzterer feiert im Dezember 20. Geburtstag. Doch damit nicht genug, Ulm hat in dieser Hinsicht auch Grund zu feiern, der Verlag Klemm + Oelschäger ist nämlich ebenfalls schon 20 und aus diesem Anlass fand am vergangenen Montag bei Gondrom in der Hirschstraße eine Diskussionsveranstaltung statt.

Dass diese interessant war, sieht man allein schon an den Namen der Teilnehmer, die alle bei Klemm + Oelschläger veröffentlicht haben: Der Philosoph Bertrand Stern, der unter anderem mit Verleger Dr. Ulrich Klemm die Schrift Vom Glück des Nichtstuns - Muße statt Pädagogik veröffentlichte, plädierte für die Abschaffung der Schule, was bei der Moderatorin des Abends Adi Hübel, Widerspruch hervorrief, Kinderbuchautorin Kathrin Schulthess berichtete, wie sie auf die Idee kam, über Lilli Langohr, die kleine Fledermaus, die im Ulmer Münster wohnt, zu schreiben, Kabarettist Tommy Nube sorgte beim Lesen eines kurzen Auszugs aus seinem Buch d’r Schwob regiert die Welt für die schwäbischen Töne und Verleger Ulrich Klemm lüftete ein Mysterium. Als ein solches bezeichnete Gondrom-Leiter Thomas Kuhnert nämlich die Tatsache, dass niemand in Ulm je Herrn Oelschläger zu Gesicht bekommen hat, weshalb er hoffte, an diesem Abend zu erfahren, ob es ihn denn gebe, so es sich denn überhaupt um einen Herrn handle. Diese Frage griffen alle anderen Teilnehmer im Laufe des Abends auf, so dass sie gewissermaßen fast zum running gag wurde.

Schließlich verriet Ulrich Klemm aber, dass sein Verlagspartner Thomas Oelschläger leibhaftig existiert. Beide haben den Verlag 1991 gemeinsam gegründet - allerdings in Münster, der Standort Ulm kam 1993 hinzu. So leitet Thomas Oelschläger also die Geschäfte von Westfalen aus und konnte aus gesundheitlichen Gründen leider auch zur Geburtstagsdiskussion bei Zwiebelkuchen, Apfelmost, Zuckerbrot und Wein nicht nach Ulm kommen. 

 

Sonntag, 25. September 2011

Seit ein paar Monaten findet in der Pfuhler Galerie Kunstzone alle sechs Wochen der Literatursalon statt. Im Mittelpunkt steht jeweils ein Autor, beim letzten mal vor zehn Tagen war dies Goethe, genau genommen der junge Goethe. Jörg Neugebauer, der Leiter der Veranstaltung und Michaela Schafft von der Kunstzone sprachen über den Urfaust und den jungen Werther, lasen Auszüge aus den Werken vor und zwischendurch gab es Musik. Diese nun wiederum versetzte einige ältere Besucher in leichte Unruhe, denn es handelte sich mitnichten um klassische Musik, was sie vielleicht erwartet hatten, sondern um solche der Woodstock-Generation, also durchaus passend zum jungen Werther. Ganz und gar abschreckend waren die Klänge aber offenbar doch nicht, denn am Ende der Veranstaltung fragten einige dieser Besucher, wann und wo denn die Neugebauer-Sendung Klassisch modern laufe. An deren Konzept nämlich, lehnt sich jenes des Literatursalons an, auch in Klassisch modern gibt es viel Musik aus den Sechzigern und Siebzigern zu hören und dazwischen Lyrik und Ausschnitte aus Romanen. Wann und wo die Sendung läuft? Jeden zweiten Dienstag vormittag um 11 Uhr auf Radio Free FM, immer in den geraden Kalenderwochen, der nächste Termin steht also am 4. Oktober an, in den Literatursalon laden Michaela Schafft und Jörg Neugebauer dann wieder am 2. November.

 

Mittwoch, 21. September 2011

Wenn der Sommer vorbei ist, bedeutet das auch immer, dass diverse Fernsehsendungen, die während der warmen Monate pausieren, wieder auf dem Programmplan stehen. Das gilt auch für Literatur im Foyer, wo am morgigen Donnerstag Martin Walser zu Gast ist. Walser hat im Juli seinen neuen Roman Muttersohn veröffentlicht. Held des Romans ist Percy Schlugen, Pfleger in einer psychiatrischen Klinik und der Mutter zufolge ohne Vater gezeugt. Was Walser über seinen Helden zu sagen hat, wird er Thea Dorn verraten und wer die Sendung öfters sieht und auch schon frühere Sendungen mit Walser gesehen hat, der darf wohl davon ausgehen, dass der Autor wieder seinen Lieblingswein kredenzt bekommen und Thea Dorn ganz väterlich mit Vornamen anreden wird.
Literatur im Foyer, SWR, am Donnerstag, 22. September 23:45 Uhr.

 

Montag, 19. September 2011

Anfang November erscheint, wie an dieser Stelle bereits einmal erwähnt, der neue Ritzel-Krimi, der dieses Mal allerdings in Berlin spielt. Das ist zu verkraften, denn der wahre Fan liest seinen Ritzel auch dann, wenn der Tatort nicht in der Ulmer Gegend liegt und dem Krimifreund ist es ohnehin egal wo gemordet wird. All jene aber, die Kriminalromane vor heimatlicher Kulisse lieben, sind dennoch nicht aufgeschmissen, in Ulm gibt es ja noch die Eichhorns, Fetzers undsoweiter und über einen Mangel an Baden-Württemberg-Krimis ist gleich gar nicht zu klagen. Überhaupt: Es wird ja wohl nicht Ritzels letzter Streich gewesen sein, irgenwann ermitteln bestimmt auch wieder Tamar Wegenast und Markus Kuttler in Ulm und drum herum.

 

Freitag, 16. September 2011

Schon  in ein paar Tagen wird sich zum kalendarischen auch der meteorologische Herbst gesellen, da fallen einem, dem sonnigen Wetter zum Trotz, ein paar Herbstgedichte ein, Goethes Herbstgefühl etwa, Wilhelm Buschs Im Herbst oder auch Eichendorffs

Nun laß den Sommer gehen,
Laß Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein?

Auch hiesigen Autoren ist der Herbst die ein oder andere Gedichtzeile wert. Die Ulmerin Adi Hübel nimmt sich in ihrem Lyrikband Versprechen der Jahreszeit sogar im Schwäbischen Dialekt an. Dr Wend und Herbstgespräch meiner Freundin Rosa heißen die beiden Gedichte, die den kühleren Monaten gewidmet sind. Im Band Gedichte aus dem Ulmer Winkel beschreibt Nina Neumann gar den Novemberblues in Kissendorf. Vorläufig aber haben wir ja noch September und dazu gibt es auch Lyrisches, etwa Septembertag von Christian Morgenstern oder natürlich Mörikes

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

 

Dienstag, 13. September 2011

Der eifrige Leser kennt das, er liest einen Roman oder eine Kurzgeschichte, vielleicht liest er auch seinen Kindern vor und schon sticht ihm ein hübscher Satz ins Auge - keiner, der es zu einem weltberühmten unsterblichen Literaturzitat bringen wird, aber einer, der spontan gefällt. Er kann von einem überregional oder auch international bekannten Autor stammen oder von einer regionalen Größe, das spielt keinerlei Rolle - außer auf diesem Portal, hier erscheint auf der Startseite seit einiger Zeit ein Zitat der Woche und da dies eine Literaturseite für die Region Ulm/Neu-Ulm ist, stammt es in der Regel auch von einem hiesigen Autor, wenn nicht, muss es zumindest etwas mit der Gegend zu tun haben. Für hübsche Sätze aus all den anderen Büchern ist da kein Platz, dafür muss zur Not der Notizbolg herhalten (siehe weiter unten) oder eine andere Plattform, deshalb finden Sie hier eine Sammlung von zehn Zitaten aus sieben Büchern. Weil aber die übrige Welt ruhig auch über schöne, amüsante, interessante Sätze in den Büchern der hiesigen Autoren erfahren soll, sind natürlich auch davon ein paar dabei.  

 

Samstag, 10. September 2011

Vergangenes Jahr hat die Ulmerin Elvira Lauscher ein Kochbuch veröffentlicht. In Unser Kochbuch der 70er Jahre erschienen aber nicht nur Rezepte, nebenbei erzählte die Autorin auch über eine typische (schwäbische) Kindheit in den 70ern, mit Sonntagnachmittagskaffee, Tri Top und Tante-Emma-Läden in denen man für ein paar Pfennig kleine Leckereien kaufen konnte. Nun erscheint bald das nächste Lauscher-Buch - wieder im Wartberg Verlag und dieses Mal geht es um Ulm. Ulm im Wandel heißt das gut 60 Seiten umfassende Büchlein in dem die Verfasserin vor allem an Hand von historischen und aktuellen Fotografien zeigt, wie die Stadt immer wieder ihr Gesicht verändert. Zu haben ist es ab Anfang Oktober.   

 

Mittwoch, 7. September 2011

In dem Roman Hinter den Dingen berichtet der Ich-Erzähler Thomas auch von seiner Bekanntschaft mit Leonard Cohen, dem verehrten Sänger. Lieder von Cohen, oft als Cover-Versionen, kennen viele, was jedoch weniger Menschen wissen, ist dass der Sänger auch Bücher schreibt, ja seine berufliche Laufbahn als Schriftsteller begann. Im Jahr 1956 veröffentlichte er seinen ersten Lyrikband, dem weitere Gedichtbände und Romane folgten, erst später wechselte Cohen zur Musik. Doch seinen Fans gilt er auch durch seine Songtexte als Literat und vor einigen Monaten wurde bekannt, dass der Dichter-Sänger den angesehenen Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur erhält. Die Jury war der Ansicht, Cohen habe mit seinem Werk die großen Themen der Menschheit mit Tiefe und Schönheit ergründet. 3sat sendet am kommenden Samstag, 10. September einen Dokumentarfilm von Lian Lunson über Leonard Cohen. In diesem spricht er über Musik, Frauen, Gott, Zen und die eigene Biographie. Somit wird der Film wie es bei 3sat heißt “allen Facetten Leonhard Cohens gerecht”. Alte Filmaufnahmen und Fotos aus dem Familienarchiv des Stars sowie Ausschnitte aus einem Konzert, das zu Ehren Cohens 2005 in Sydney stattfand komplettieren die Dokumentation.
Leonard Cohen: I’m your man, 3sat, am Samstag, 10. September, 21:10 Uhr.

 

Montag, 5. September 2011

Ritzel_USchlangenkopf_116110Für Beifang, erschienen im Herbst 2009, konnte Ulrich Ritzel im vergangenen Jahr den Deutschen Krimipreis entgegen nehmen, nun wird schon bald der nächste Ritzel erscheinen. Der Website der Random House Verlagsgruppe zu der auch der btb Verlag gehört zufolge, ist es am 9. November soweit. In Schlangenkopf wird wieder Berndorf ermitteln, allerdings - er ist ja als Ulmer Kommisssar längst pensioniert - in Berlin und als privater Ermittler. Dort, so viel verrät die Verlagsseite bereits vorab, geht ein junger Mann in einer Frühlingsnacht am Alten Garnisonsfriedhof vorbei, wo ein Landrover bereits im Dunkeln steht und langsam Fahrt aufnimmt. Die Sache läßt einen Toten zurück und Berndorf ist offenbar der Einzige, der das Verbrechen auflösen möchte. Als er begreift, dass der Tote wahrscheinlich Opfer einer Verwechslung war, ist der Ermittler selbst bereits im Visier von Leuten, die einige Nummern zu groß für ihn sind. Diese haben nämlich im jugoslawischen Bürgerkrieg glänzende Geschäfte getätigt, die nun vor der Endabwicklung stehen, folglich können sie keinen ehemaligen Kommissar gebrauchen, der das verhindern will. Erzählt wird des Ermittlers neuester Fall auf knapp 450 Seiten und zu warten gilt es also nur noch zwei Monate, dann ist wieder Berndorf-Tag.    

 

Freitag, 2. September 2011

Es ist verfressen und verspeist von Stuhlbeinen über Speisekarten bis hin zu Spielkarten alles was ihm unter die Finger kommt, es hat eine Rüsselnase, rote Borstenhaare, Froschfüße und trägt meist einen elastischen Taucheranzug, der sich um seinen Trommelbauch spannt, denn es neigt zu enormem Wachstum. Ganz besonders wichtig aber ist eines: es hat blaue Wunschpunkte im Gesicht. Die Rede ist natürlich vom Sams, der Figur aus den längst zu Klassikern gewordenen Kinderbüchern von Paul Maar, seit 1973 mit Eine Woche voller Samstage der erste Band erschien - natürlich, möchte man fast sagen, bei Oetinger, wo auch die Geschichten von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönnneberga sowie Petterson und Findus erscheinen. Bald war das Sams so beliebt, dass es von der Augsburger Puppenkiste gespielt und auch mehrfach verfilmt wurde. Am bekanntesten ist wohl die Verfilmung mit ChrisTine Urspruch, die man auch als Alberich aus dem Münsteraner Tatort kennt, Ulrich Noethen und Armin Rohde. Lesen ist zwar schöner, aber sich eine Verfilmung anzusehen kann auch mal schön sein und möglich ist das am kommenden Dienstag, um 20:15 Uhr auf Super RTL.
Das Sams, Super RTL, am Dienstag, 6. September, 20:15 Uhr.

 

Montag, 29. August 2011

In dem hier bereits einmal erwähnten Kriminalroman Ein sturer Hund von Heinrich Steinfest, trägt der erfolglose Schriftsteller Mortensen eine Brille und mit dieser auf der Nase spaziert er durch den Regen. Derart betropft, ist die Brille nun nicht mehr wirklich brauchbar und um das Schild an einer Bar lesen zu können, nimmt der Protagonist sie von der Nase und kneift die Augen zusammen. Die Sehhilfe landet in der Innentasche des Sakkos und Mortensen betritt das Lokal “nicht wirklich blind, nicht wirklich sehend”. Er findet die richtige Toilettentür und trocknet erst sich und dann die Brille, “die - nachdem er sie wieder aufgesetzt hatte - für einen Moment an den Rändern anlief” mit einigen Papiertüchern etwas ab. Mortensen wäre somit der geeignete Kandidat für die Refraktive Chirurgie, das heißt die operative Behebung von Kurz- oder Weitsichtigkeit. Probleme mit beschlagenen oder nassen Brillengläsern hätte er jedenfalls nicht mehr. Allerdings, sollte Heinrich Steinfest Mortensen noch einmal zu seinem Protagonisten machen, könnte er dann auch das brillenmäßige Ungemach des Mannes nicht mehr so detailliert beschreiben, wo es doch zu diesem Mortensen so wunderbar passt.

Überhaupt: Nachdem die Feuilletonisten schon vor längerer Zeit die möglichen Folgen eines Rauchverbots für das Theater ebenso diskutierten, wie die möglichen Folgen des Verbots umweltfeindlicher Glühbirnen auch auf den Bühnen dieses Landes, muss nun dringend auch einmal an die möglichen Folgen der Refraktiven Chirurgie für die Literatur (und vielleicht auch für das Theater) gedacht werden. Noch will lange nicht jeder Brillenträger auf sein Nasenfahrrad verzichten und noch ist nicht jeder Fehlsichtige für eine der unterschiedlichen Methoden geeignet, aber die Menschen gewöhnen sich an neue Möglichkeiten und die Medizin macht Fortschritte. Nicht auszudenken also, wenn sich irgendwann alle Fehlsichtigen operieren ließen. Könnten dann durch die Literatur noch lauter Brillenträger spazieren? Nein, höchstens ab und zu mal so ein ganz spezieller Vogel, dessen Verschrobenheit sich darin zeigt, dass er noch eine Brille trägt, also eine für einen Steinfestroman durchaus geeignete Figur. Im Großen und Ganzen aber, wären den Schriftstellern (und Regisseuren) doch viele Charakterisierungsmöglichkeiten genommen. Eine Literatur ohne Brillenträger? Also das, um es neudeutsch auszudrücken, geht gar nicht. Möge die Medizin ihren Fortschritt also bremsen, auf dass es auch künftig noch genügend Brillenträger gibt.

 

Freitag, 26 August 2011

Siebzig Jahre alt wäre Wolfgang Hilbig im 31. August geworden, für 3sat ein Grund, dem Mann der als einer der bedeutendsten deutschen Schritsteller der Nachkriegszeit gilt, am Samstag, 27. August ein Porträt zu widmen. Im leerstehenden Bahnhof des thüringischen Industrieorts Meuselwitz, wo Hilbig geboren wurde, trafen sich Freunde und Weggefährten, darunter der ehemalige Literaturredakteur Karl Corino und Hilbigs Lebensgefährtin Natascha Wodin, um sich an den Dichter zu erinnern und Regisseur Siegfried Ressel von ihm zu erzählen. Die Schriftstellerei, war Hilbig, wie man so sagt, nicht in die Wiege gelegt. Der Großvater, in dessen Haushalt er aufwuchs, war Analphabet, Hilbig lernte in der DDR Bohrwerkdreher und arbeitete als Heizer. Ende der 70er-Jahre sandte er einige Gedichte und Kurzgeschichten an Karl Corino, der Hilbigs Talent sofort erkannte, so kam der Autor zu seiner ersten Buchveröffentlichung - beim S. Fischer Verlag, bei dem er bis zu seinem Tod blieb. Im Leben war der Schriftsteller weniger erfolgreich als in der Literatur, “ein katastrophisches Künstlerleben” bescheinigt 3sat der privaten Existenz von Wolfgang Hilbig, die auch von der Alkoholsucht geprägt war. Hilbig starb im Jahr 2007 an Krebs.
Hilbig. Eine Erinnerung - Annäherung an einen Unnahbaren, 3sat, am Samstag, 27. August, 23:20 Uhr.

 

Donnerstag, 25. August 2011

Im Jahr 1985 gründete ein gewisser Titus Häussermann in Stuttgart einen Verlag. 26 Jahre ist das also her und trotzdem wurde heuer der 25. Geburtstag groß gefeiert, denn es dauerte dann doch noch eine Weile, nämlich bis ins Jahr 1986, bis die ersten Bücher erschienen. Von da an aber lief es flotter und so haben mittlerweile auch viele hier in Ulm, um Ulm und um Ulm herum schon Bücher des Verlags in den Händen gehalten - vielleicht Manfred Eichhorns Hennadäpper, vielleicht auch seine Krimis Frei zum Schuss oder Die Maske der Moretta, denn bei jenem Verlag, der da in der Landeshauptstadt gegründet wurde, handelt es sich um den mittlerweile längst in Tübingen heimisch gewordenen Silberburg Verlag, der sich ganz der Literatur rund ums Thema Baden-Württemberg verschrieben hat und die Ulmer Gegend spielt da natürlich auch immer wieder eine Rolle, nicht nur bei Eichhorn. Eine große Rolle spielte Ulm im Roman Fallwind von Johannes Schweikle, der im Verlag des zweiten Tübinger Geburtstagskinds erschien, ging es doch um Albrecht Ludwig Berblinger. Zum 200. Male jährte sich dessen Flugversuch heuer, ein Alter das der Klöpfer & Meyer Verlag noch nicht erreicht, doch wird man im Dezember immerhin zwanzig. Gefeiert hat die Klöpfer & Meyer-Familie freilich auch schon vor zwei Jahren ganz ordentlich als der Verlag volljährig wurde. Man soll die Feste eben feiern, wie sie fallen, warum also nicht zum 18. Verlagsgeburtstag mal einen drauf machen oder den 25. mit einem Jahr Verspätung feiern? 

 

Montag, 22. August 2011

Dem samstäglichen Radiotipp folgt gleich ein weiterer: radioWissen auf Bayern 2 widmet sich am Dienstag, 23. August, Heinrich Heine und Theodor Fontane. Heinrich Heine, 1797 in Düsseldorf geboren, 1856 in Paris gestorben, bezeichnete sich selbst als “entlaufenen Romantiker”. Er kritisierte die politischen Verhältnisse ebenso wie die Literatur und Lyrik seiner Zeit hemmungslos. Von der Zensur getroffen, ging er nach Paris ins Exil, wo er von den französischen Frühsozialisten inspiriert wurde. Anders als diese, wollte er das Heil der Menschen allerdings nicht in ferner Zukunft, sondern in der Gegenwart verwirklicht sehen.
Theodor Fontane, geboren 1819 in Neuruppin, gestorben 1898 in Berlin, Apotheker, Journalist und einiges mehr, entschied sich mit 30 Jahren als Schriftsteller zu arbeiten. Es folgten Romane wie Frau Jenny Treibel, Effi Briest oder Der Stechlin. Geprägt sind viele Romane Fontanes dadurch, dass die Figuren häufig in Konflikt mit den gesellschaftlichen Konventionen geraten und individuelle Erfüllung suchen. Entsprechend lautet der Untertitel der Sendung Zwischen Poesie und Politik.
radioWissen, Bayern 2, Dienstag, 23. August, 9:05 Uhr, Wiederholung um 15:05 Uhr.

 

Samstag, 20. August 2011

Heute ein Radiotipp: radioReisen auf Bayern 2 ist am Sonntag, 21. August auf den Spuren des Schriftstellers Robert Graves auf Mallorca unterwegs. Graves, hierzulande auch als Robert von Ranke-Graves bekannt, denn unter diesem Namen erschienen die deutschen Übersetzungen seiner Bücher, lebte in den Dreißigerjahren und dann wieder ab Mitte der Vierzigerjahre in Deià auf Mallorca, wo er 1985 starb.
Desweiteren führt die Reise auf die Brissago Inseln im Lago Maggiore und an das Grab Dantes in Ravenna. In den Süden geht es also, dorthin wohin es, wie es in der Ankündigung der Sendung heißt “viele Künstler oder zumindest Lebenskünstler” zieht, zu Wein und Agaven, Oliven und Thymian. Apropos Lebenskünstler: Für jene, die am frühen Morgen um Neun noch nicht auf sind, bietet sich vielleicht die Wiederholung am Montag um kurz nach Zwei an.
radioReisen, Bayern 2, Sonntag, 21. August, 9:05 Uhr, Wiederholung am Montag, 22. August, 14:05 Uhr.

 

Freitag, 19. August 2011

Am kommenden Dienstag läuft auf Radio Free FM wieder die Sendung Klassisch modern mit Jörg Neugebauer. Es wird wie immer sein, Jörg Neugebauer wird Auszüge aus literarischen Texten lesen, zwischendurch Musik von Bob Dylan, Queen, Neil Young oder auch den Doors spielen und gegen Ende wird es dann einen Ausschnitt aus dem Zauberberg geben. Mindestens zwei Jahre lang war das so, nun aber geht die Zauberberg-Ära in Klassisch modern zu Ende, denn in der kommenden Sendung wird Neugebauer letztmals aus dem fast tausend Seiten dicken Thomas-Mann-Roman lesen. Wer die Sendung häufiger gehört hat, muss nun also Abschied von Hans Castorp, Hofrat Behrens und Madame Chauchat nehmen - zum Glück aber dann doch nur von ihnen und den anderen Romanfiguren, nicht aber von Klassisch modern. Die Sendung wird es weiterhin geben, ob Jörg Neugebauer dann mit einem neuen Roman beginnt, das so verriet er vor kurzen, steht allerdings noch nicht fest. 
Klassisch modern, Radio Free FM, Dienstag, 23. August, 11 Uhr.

 

Dienstag, 16. August 2011

Morgen ist es soweit: Die Jury des Deutschen Buchpreises wird die zwanzig Bücher bekannt geben, die auf der Longlist für den Preis stehen, denn in zwei Monaten findet schon wieder die Frankfurter Buchmesse statt, anlässlich derer die Auszeichnung verliehen wird. Für kurze Zeit dürfen sich dann zwanzig Autoren Hoffnungen machen, doch bevor es an die endgültige Auswahl geht, wird noch einmal ausgesiebt. Am 14. September stehen schließlich jene fünf Autoren fest, die in die engere Wahl kommen. Eine/r von ihnen wird am 10. Oktober in der glücklichen Lage sein, den Deutschen Buchpreis in Empfang zu nehmen. Der gewöhnliche Leser hat dabei natürlich nichts zu melden, die Entscheidung trifft eine Fachjury. Ein wenig mehr zu sagen hatten Lesefreunde bis gestern beim Preis der Independent-Verlage, der ebenfalls anlässlich der Messe vergeben wird. Dreißig Bücher standen zur Auswahl für die zehn Titel der Hotlist, aus der dann der Sieger ausgewählt wird und drei der zehn Titel konnte das Publikum auswählen, in dem es auf dem Portal der Wochenzeitung der Freitag abstimmte. Der Preis der Independent-Verlage wurde ins Leben gerufen, weil sich die unabhängigen Verlage beim Deutschen Buchpreis nicht repräsentiert sahen und auch er wird natürlich anlässlich der Buchmesse vergeben, wie auch der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und zahlreiche weitere Auszeichnungen. Das heißt freilich nicht, dass es in Deutschland nur im Oktober Buch- und Literaturpreise einzuheimsen gibt, auch die Leipziger Buchmesse hat ihren Preis und dann gibt es auch noch messeunabhängige Ehrungen wie den Büchnerpreis. All diese Auszeichnungen sind relativ bekannt, beim Lesen einschlägiger Medien stellt sich jedoch heraus, dass ständig irgendwelche Buch- oder Literaturpreise verliehen werden, für die es zwar weniger Geld und Aufmerksamkeit gibt, die aber immerhin bedeuten, dass sich auch jene Long-, Hot- oder Shortlistkandidaten, die bei den großen Preisen vorzeitig ausschieden Hoffnungen machen dürfen, doch noch irgendeine Ehrung zu ergattern. So viele Preise, dass jeder der mal ein Buch veröffentlicht hat einen bekommt, wird es vermutlich allerdings nie geben.

 

Samstag, 13. August 2011

Am Mittwoch ging es an dieser Stelle um die Bücher ehemaliger Ministerpräsidenten und die Frage, ob sie nun selber schreiben oder schreiben lassen, was auch zu der Feststellung führte, dass sie als Politiker zumindest geübt darin sind, fremder Leute Texte zu präsentieren als wären es die eigenen. Was aber, wenn der Ministerpräsident überhaupt nur eine Marionette ist, deren Fäden von anderen bewegt werden? An dieser Stelle kommt einem der Roman Der Ministerpräsident von Joachim Zelter in den Sinn. Zelters Ministerpräsident Claus Urspring hat wenige Monate vor der Wahl einen Autounfall und soll nun im Wahlkampf um jeden Preis fit erscheinen. Wäre Urspring dazu in der Lage, die Texte seines Redenschreibers vorzutragen, es wäre schon viel gewonnen, aber in diesem Fall muss sein Mitarbeiter Julius März noch zu ganz anderen Mitteln greifen. Was letztlich aus Urspring wird, lässt der Roman offen, aber wer weiß, vielleicht erscheint eines Tages auch ein Buch des ehemaligen Ministerpräsidenten Claus Urspring.  

 

Mittwoch, 10. August 2011

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus in die Wirtschaft wechselt und künftig für einen Pharmakonzern im Ausland tätig sein wird. Damit dürfte er erst einmal gut beschäftigt sein und keine Zeit zum Bücherschreiben haben. Grundsätzlich scheint das Schreiben von Büchern nämlich eine Tätigkeit zu sein, die ehemalige Ministerpräsidenten recht gerne ausüben. Sieht man sich auf dem Buchmarkt um, entdeckt man jedenfalls nicht wenige Werke, die aus den Federn einstiger Länderregenten stammen. Wobei die Annahme, alle Bücher seien von den genannten Autoren selbst zu Papier gebracht worden, vielleicht ein wenig naiv ist, schließlich will die Branche der Ghostwriter auch leben und sie lebt davon, dass es Menschen gibt, die gerne namentlich auf einem Buchdeckel erwähnt sein möchten ohne dass sie deshalb gleich Lust haben, ein Buch zu schreiben. Ehemalige Politiker sind außerdem geübt darin, fremder Leute Texte zu präsentieren, als wären es die eigenen. So gesehen könnte es auch bald ein Buch des Kretschmann-Vorgängers geben. Die Themen wiedervereinigtes Deutschland, alternde Gesellschaft, Generationenkonflikt und Finanzkrise sind allerdings schon recht gut abgedeckt, aber vielleicht möchte Stefan Mappus ja ein Buch über die politische Teilhabe des Bürgers veröffentlichen.

 

Sonntag, 7. August 2011

HinterDenDingenEs ist Anfang August und bald werden die zahlreichen Bücher-Neuerscheinungen aus dem Herbstprogramm 2011 in den Buchhandlungen ausliegen. Das ein oder andere Exemplar der Verlage ist bereits rausgegangen, so auch Thomas Vogels Roman Hinter den Dingen, der dieser Tage bei Klöpfer & Meyer erschien. Deshalb gibt es heute schon mal einen kleinen Einblick in den Roman, dessen Rezension noch folgen wird. Der Erzähler soll für eine Sonntagszeitung zehn Erinnerungsstücke benennen, die er bei sich zu Hause hat und etwas Amüsantes aus seinem Leben dazu erzählen. Kurz soll es sein, ein bis zwei Sätze reichen. Er löst die Angelegenheit auf hübsche Weise, doch bald ist die Idee geboren, einen Roman über die Dinge, die ihm wirklich am Herzen liegen zu schreiben und nach den Quellen für die Liebe zu ihnen zu suchen. So entsteht ein Roman über einen treuen Begleiter seit Kindheitstagen, über eine ganz besondere Mundharmonika und vor allem über besondere Begegnungen und Freundschaften.
Thomas Vogel: Hinter den Dingen. Roman. Klöpfer & Meyer, 19,95 Euro.

 

Freitag, 5. August 2011

Heute ein Fernsehtipp für Sonntag. Die BR-Sendung LIDO begleitet die Ärztin und Schriftstellerin Malika Mokeddem an die Küste Algeriens. Die 1949 im algerischen Kenadsa geborene Schriftstellerin, war das erste Mädchen des Clans, das väterlichem Widerstand zum Trotz Abitur machte und Ärztin wurde. Heute lebt sie in Südfrankreich, wo sie immer noch praktiziert und dennoch auch Zeit für eine Schriftstellerkarriere fand. Die 2003 entstandene Dokumentation des Filmemachers Klaus Ickert begleitet sie in ihre Heimat, wo sie unter anderem ihre Eltern, die lange Zeit den Kontakt verweigert hatten, besucht.
LIDO, BR, Sonntag, 7. August, 12 Uhr, Wiederholung auf BR alpha, Samstag, 13. August 20:15 Uhr.

 

Donnerstag, 4. August 2011

Heute mal ein paar Zitate aus einem besonders reizvollen Krimi:

“Gegen die Theke eben dieser Bar gelehnt, stand der Dunkelblaue und unterhielt sich mit einem Mann der zwar einen silbergrauen Anzug trug, aber die gleiche dunkelblaue Ausstrahlung besaß.”

“Sie besaß ein merklich breites Gesicht, das dieser Breite wegen unnatürlich groß erschien. Dieses physiognomische Übergewicht wirkte weit weniger irritierend als anziehend. Der slawische Typ, dachte Mortensen und meinte damit wohl eine gewisse bäuerische Herbheit, als würden alle Slawen direkt aus dem Kartoffelacker herauswachsen.”

“Cheng war ein großer Freund der Opferkerzen. Kleiner Preis, große Wirkung. Für das bisschen Geld konnte man sich an mehr Leute erinnern, als es eigentlich verdienten.”

Na erkannt? Wenn Sie Steinfest-Leser sind bestimmt, denn wo Cheng drin ist, kann es sich natürlich nur um einen Steinfest-Krimi handeln, in diesem Falle um Ein sturer Hund, erschienen 2003 im Piper Verlag. Die Geschichte beginnt damit, dass Moritz Mortensen, Verfasser dreier Romane, die in der Öffentlichkeit keinerlei Beachtung finden, eines Tages ein unfassbares Erlebnis hat: Er entdeckt in der Bibliothek einen jungen Mann, der alle seine drei Romane aus dem Regal geholt hatte, wo sie nur deshalb standen, weil Mortensen die Bibliotheksmitarbeiter solange bedrängt hatte, bis sie verzweifelt genug waren, die Bücher anzuschaffen. Von seinem wahrscheinlich einzigen Leser magisch angezogen, folgt er ihm. Das aber, war keine so gute Idee und so kommt der Steinfest-Lesern bereits bekannte einarmige Privatdetektiv Cheng erneut zu einem Auftrag und Lauscher, sein stoischer Hund, muss durch den Stuttgarter Schnee trotten. Steinfests aktueller Kriminalroman Wo die Löwen weinen beschäftigt sich übrigens mit Stuttgart 21, womit auch eine Verbindung zum gestrigen Eintrag hergestellt wäre.  

 

Mittwoch, 3. August 2011

Nun wurde er vergangene Woche vorgestellt, der Stresstest für das Bahnprojekt Stuttgart 21. Die Diskussionen sind deswegen aber noch lange nicht zu Ende, denn nur weil die Bahn glaubt, mit der bestandenen Fahrplansimulation sei die Tauglichkeit des gesamten Projekts bewiesen, glauben das die Gegner noch lange nicht. Mineralquellen? Damit hatte der Stresstest nichts zu tun. Behindertenfreundlichkeit? War auch nicht Prüfgegenstand. Kostentransparenz? Also bitte! Die Aufträge hat die Bahn zwar vergeben, gestritten wird aber weiter und vielleicht erscheinen demnächst auch wieder Bücher zum Thema. Nicht dass es nicht schon etliche gäbe, da wurde etwa der Stuttgarter Bauzaun dokumentiert, ein putziges Büchlein erzählt von der alten Frau Schächtele, die demonstrieren geht, weil sie oben bleiben will und nicht zu vergessen die engagierten Schauspieler, Regisseure, Krimischriftsteller, Flaneure und Fernsehköche, die sich für etliche Bücher zum Thema zusammentaten. Nun aber wäre es an der Zeit für weiteres Schrifttum. Wie wäre es denn mit dem Großen Heiner-Geißler-Schlichtungs-Gedenkbuch oder einer Anleitung zur direkten Demokratie unter dem Titel Erst fragen, dann bauen? Genügend Stoff gäbe es jedenfalls und jemand, der ihn verarbeitet, findet sich bestimmt auch. Mit weiteren Werken zum großen Stuttgarter Bahnhofsstreit ist also zu rechnen.

Fernsehtipp Deutschland Deine Künstler: Günter Grass. Heute, Mittwoch, 3. August um 22:45 Uhr in der ARD.

 

Mittwoch, 7. April 2010

Sie sind kurz und folgen einem strengen Aufbau: die Haikus, jene japanischen Gedichte, die aus drei Versen á fünf, sieben, fünf Silben bestehen. Nun hat Oliver Bendel im Hamburger Haiku Verlag mit handyhaikus einen Haikuband der besonderen Art veröffentlicht. Die Gedichte sind nicht nur in Textform abgedruckt, sondern auch in Form von QR-Codes. Diese gehören zu den 2D-Codes und können mit einem Handy mit Kamera eingescannt werden. Die Software – den QR-Code-Reader – gibt es kostenlos im Web, etwa bei www.kaywa.com, oder für geringe Beträge in speziellen mobilen Shops. Nach dem Scannen eines der Codes erscheint auf dem Display der entsprechende Text. Mehrere Texte werden in einer Liste angeordnet. So kann man seine Lieblingshaikus mit sich herumtragen und per SMS an Bekannte verschicken.

Schon seit 2007 verfasst der 1968 in Ulm geborene Oliver Bendel neben klassischen Romanen auch Handyromane. Als einer von wenigen Handyromanautoren in Europa machte der mittlerweile in Zürich lebende Schriftsteller und Professor − seine Schwerpunkte sind E-Learning, Web 2.0, Mobile Business und Informations- und Wissensmanagement − zusammen mit aufgeschlossenen Medien das Genre der Handyromane im deutschsprachigen Raum bekannt. 2008 brachte der Wiener Verlag Blackbetty Mobilmedia die Handyromane Lucy Luder und der Mord im studiVZ sowie Lucy Luder und die Hand des Professors heraus, Anfang 2009 erschienen lonelyboy18 und Handygirl - Part I, im November folgte Handygirl - Part II. Dass sich Bendel im Kontext der Digitalisierung von Texten vor allem für die literarischen Aspekte und Experimente interessiert, hängt wohl mit seinem Werdegang zusammen. Er studierte sowohl die geisteswissenschaftlichen Fächer Philosophie und Germanistik, als auch Informationswissenschaft und promovierte im Bereich Wirtschaftsinformatik.

Mit der Verwendung von 2D-Codes für seine Handyhaikus, die er seit Ende 2009 schreibt − im Alltag sind die Codes ein längst nicht mehr wegzudenkender Teil, spielen etwa eine Rolle bei Tickets, Postsendungen und Steuererklärungen, auf Werbeplakaten und Visitenkarten − wagt der Autor einen weiteren Schritt. Wie in seinen Handyromanen korreliert auch in den Haikus die elektronische Form mit dem literarischen Inhalt, es tauchen künstliche Kreaturen und Maschinenmenschen auf, es geht um unsere technisierte und medialisierte Zeit und Figuren seiner (Handy-)Romane werden widergespiegelt. In Deutschland und Österreich ist seit Ende Januar 2010 außerdem ein weiterer Haikuband von Oliver Bendel erhältlich: stöckelnde dinger kann man sich per Premium-SMS-Dienst auf das Handy holen. In den insgesamt einhundert Handyhaikus geht es um schöne Frauen, bekannte wie Brigitte Bardot und Jane Birkin ebenso wie unbekannte oder von Vermeer gemalte.

Für die Zukunft erhofft sich Oliver Bendel durch die in Entwicklung befindlichen 3D-Codes noch weitere Möglichkeiten für literarische Erzählformen. Diese Codes werden, so Bendel, das Publikationswesen bereichern und – Papier als Speichermedium im mehrfachen Sinne – hybride Formen aufkommen lassen. Ein Beispiel dafür sind Lehrbücher, die nach jedem Kapitel den Download von Tests und Videos auf das Handy erlauben, ohne dass der Benutzer online sein muss, weil die Daten im Code selbst enthalten sind – ein Vorteil angesichts zunehmender Spam- und Überwachungsversuche. Je nach Ansatz speichern die 3D-Codes Texte, Töne, Bilder und Videos mit einer Größe von 1 MB bis 1 GB.

 

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