Im ewig freien Fall
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Doreen Fants Roman Im ewig freien Fall

Kriegt Aschenputtel den Märchenprinzen?

 

EwigFreierFallFantAschenputtel trifft Märchenprinz und beide verlieben sich ineinander – aus diesem Stoff sind die Träume aller Frauen, die es hoffnungslos romantisch lieben. In der heutigen Zeit kann Aschenputtel natürlich auch eine Münchner Buchhändlerin sein und der Märchenprinz ein Hollywoodstar. So ist es jedenfalls in Doreen Fants Roman Im ewig freien Fall, der im von der Autorin selbst gegründeten Fant Verlag erschien. 

Bücher für Kinder und ein Liebesroman

Als Nachhilfelehrerin stellte die 1976 in Plauen geborene Germanistin Doreen Fant immer wider fest, dass sie lange nach passendem Material suchen musste, wenn Sie mit Lese- und Mathe-Anfängern oder Kindern mit Lese-/Rechtschreibschwäche arbeiten wollte. Schließlich erarbeitete sie sich ihre Materialien selbst und gründete den Vöhringer Fant Verlag, um sie dort zu veröffentlichen und auch anderen Verfassern von Lern- und Bildungsmaterial für Kinder eine Veröffentlichungsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen. Irgendwann muss Doreen Fant, die sich auch schon als Jugendliche an einem Roman versuchte und außerdem Gedichte schreibt, wohl gedacht haben, dass es auch einmal ganz schön wäre, so einen richtig kitschigen Liebesroman zu schreiben. So kam 2011 Im ewig freien Fall heraus, zunächst als E-Book, inzwischen ist der Roman auch als Taschenbuch erhältlich. 

Wiga und ihr Märchenprinz

Die Geschichte handelt von der Münchner Buchhändlerin Wiga, die sich nach langer Zweisamkeit von ihrem Partner Jan getrennt hat. Während eines London-Besuchs lernt sie den Hollywoodstar Ian Governess kennen. Gemeinsam gehen sie ins Theater, wo sie sich – fast möchte man sagen natürlich – Romeo und Julia ansehen. Schon während Ian ihr, schließlich kennt man als Schauspieler das Stück in- und auswendig, die Worte ins Ohr flüstert, die gleichzeitig auf der Bühne gesprochen werden, verliebt sich Wiga wohl in ihn und auch Ian scheint es nicht anders zu ergehen. Nach der Vorstellung verabschieden sie sich dennoch voneinander, Wiga reist nach München zurück, nicht ohne die Adresse von Ians Freund im Gepäck, denn der Schauspieler hat Gefallen an ihrer selbst gestrickten Mütze gefunden und sie verspricht, ihm ebenfalls eine zu stricken. Weil sie über sich selbst nichts verraten möchte, denn ein Leben in der Öffentlichkeit wäre Wiga ein Graus und bei einem Hollywoodstar weiß man ja nie, was die Presse so erfährt, gibt er ihr seine Adresse ebenfalls nicht, sondern die des Freundes.

Zurück in München wird der Buchhändlerin schnell klar, dass sie sich in den Star verliebt hat, aber, mahnt sie sich, vergiss es, du hast ohnehin keine Chance. Erstens aber kommt es anders, zweitens als man denkt, denn Ian lädt sie ein und so beginnt die Liebesbeziehung mit regelmäßigen Treffen. Doch eines Tages geraten beide in Streit und Wiga reist kopflos ab. Kurz darauf ist sie auch noch ihren Job los, weil die heißgeliebte Chefin einen Schlaganfall erleidet und die hochverschuldete Buchhandlung, die Wiga gerne übernommen hätte, nicht zu retten ist.

Alle Zutaten einer richtigen Schmonzette

Doreen Fant arbeitet mit allen Zutaten, die zu einer richtigen Schmonzette gehören. Wiga ist natürlich überhaupt nicht darauf aus, sich einen reichen und berühmten Star zu angeln, sie liebt nur den Mann, nicht aber seinen Status und schon gar nicht möchte sie selbst in der Öffentlichkeit stehen. Ian wiederum ist zwar ein Hollywoodschauspieler samt allem Glitzer und Glitter, privat aber genießt er es, normale Menschen um sich zu haben, und eine selber gestrickte Mütze ist ihm kostbarer als irgendein teures Stück. Kein Roman also für Leser, die es anspruchsvoll mögen, dafür aber für Frauen, die es romantisch lieben und die wissen wollen, ob Aschenputtel seinen Märchenprinzen bekommt.

Doreen Fant: Im ewig freien Fall, Fant, 225 Seiten, 9,95 Euro. Erschienen im September 2012. Auch als E-Book erhältlich.

17. November 2012

 

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